Von Nerven und Nervösen
Eine Handvoll Orthopädie-Patienten schlurft auf die Bühne des Kleinen Hauses im Staatsschauspiel Dresden. Der zweckorientierten Sportkleidung nach zu urteilen, die die Truppe unter ihren Beinschienen, Kniemanschetten und Halskrausen trägt, ist sie auf dem Weg zur Krankengymnastik. Die erste Übung: kollektives Zittern im Kreis. Man schlägt sich wacker. Auch in der Aufbauphase, wenn sich das lässige Schlackern zu einer Art Erschütterungschoreografie mit Dringlichkeitscharakter steigert, hat der Coach keinen Grund zur Klage.
Wer eine schlüssige Erklärung für dieses körpertherapeutische Treiben sucht, findet sie im Programmheft: Das L-förmig um die Bühne gruppierte Publikum wohnt einer Reha-Maßnahme für Erdbebenopfer bei, «die noch einmal erinnern, wiederholen und ausagieren, was ihnen widerfahren ist». Der Gesundheitsminister hätte seine helle Freude: Eine knapp hundertminütige Therapie-Einheit lang müssen in Natascha von Steigers
Styropor-Bühnenlandschaft Requisiten zersprungen, Kontaktimprovisationen angebahnt, Sasha-Waltz-Elegien recycelt, Kopfstände in die Deko geklemmt und schließlich ein an Adam und Eva gemahnendes Darstellerpaar, das sich als Heinrich von Kleist und Henriette ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 34
von Christine Wahl
Zu Beginn noch einmal einer dieser magischen Momente, die das Theater des Dieter Dorn in den 1980er Jahren (damals noch an den Münchner Kammerspielen) berühmt gemacht haben: Die leere Bühne, aufgerissen bis zur weißgetünchten Brandmauer, ein wenig Nebel über den Brettern, so dass einen prä-paradiesischen Augenblick lang an diesem wüsten Ort alles möglich scheint....
Von einer Übersiedelung nach Marseille ist dringend abzuraten. Zumindest wenn man sich die Fallbeispiele auf der diesjährigen Berlinale vor Augen führt. In Jan Krügers Forumsbeitrag «Auf der Suche» erleidet Volksbühnen-Novize Trystan Pütter in der Rolle eines ausgewanderten Arztes in der sonnig grauen Mittelmeerstadt den totalen Selbstverlust: Drogen, Affären mit...
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
14. DiPietro, Noch einmal verliebt (DE)
R. Stefanie Stroebele
Aachen, Theater
Kasse: 02 41/478 42 44
2. nach Döblin, Berlin Alexanderplatz
R. Ewa Teilmans
aalen, Theater der Stadt
Kasse: : (073 61) 52 26 00
16. Shakespeare, Hamlet
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 034 47/58 51 61
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