Gut gegessen, schlecht gefühlt

Im Kino: «Eden» von Michael Hofmann mit Josef Ostendorf und Devid Striesow

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Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Geschichte? Zum Beispiel, dass die Figuren einem Rätsel aufgeben und Neugierde erwecken, die nicht gleich auf den ersten Blick sattsam gestillt ist.

Da kann – um das aktuelle Kino made in Germany zu streifen – ein dicker Koch aus dem Schwarzwald spannender sein als eine in sündigroter Couture aufgetakelte Blondine aus dem hauptstädtischen Berlin, der ein als Boss-Model verkleideter treuherziger Homo Faber verfällt (Katja Riemann und August Diehl in Margarethe von Trottas «Ich ist eine andere») oder zwei ihre Pubertät dauerhaft verlängernde Burschen im Porsche auf Hamburger Straßen (Daniel Brühl und Jürgen Vogel in Sebastian Schippers «Ein Freund von mir», dessen Buddy-Movie nicht weniger sentimental ist als einstige Ufa-Seligkeit mit Rühmann und Fritsch). 

«Eden», geschrieben und gedreht von Michael Hofmann, führt erst einmal nicht ins Paradies, das bekanntermaßen verschlossen und nur über Umwege zu erreichen ist, sondern in die süddeutsche Provinz. Es sei denn, man betrachtet einen Kurort mit Rentnerband im Park-Pavillon und Senioren-Animationsprogramm auf geharktem Kies als Garten der Lüste. 

 

Ein Philosoph des Genusses

Von der ...

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Theater heute Dezember 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 64
von Andreas Wilink

Vergriffen
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