Tausend kleine Anzeichen
Laut Grimme-Preis-Jury ist sie «die Entdeckung des Jahres für Schauspielleistung», und zwar in nicht weniger als vier Fernseh-Spielfilmen: Nina Kunzendorf, seit 2001 im Ensemble der Münchner Kammerspiele und dort häufig in großen Frauenrollen zu sehen – als Verführerin Ysé in Paul Claudels «Mittagswende», als tobende Klytaimnestra in der «Orestie» und als stumme «Lavinia» in Heiner Müllers «Anatomie Titus» –, hat ihre Grimme-Auszeichnung für lauter Nebenrollen erhalten.
Während die 35-Jährige auf der Bühne oft Schreckensmütter, Vamps und blutige Opfer spielt, grenzt sich ihr Fernsehrollentyp von ihrer Umgebung ab bis hin zur Verschlossenheit, tritt aber gleichzeitig einzelnen Mitmenschen mit sehr wachem Blick und unbedingter Ehrlichkeit entgegen.
Als Margarethe Beer in der Alexander Osang-Verfilmung «Die Nachrichten» adelte sie mit dieser Haltung die High-Society-Figur, die in der Vorlage ein bloßes Vehikel ist, um die Hauptperson in die besseren Kreise der Westgesellschaft einzuführen. In Dominik Grafs «Polizeiruf 110: Der scharlachrote Engel» trieb sie die Unabhängigkeit des Verhaltens bis über die Grenzen der Gefälligkeit hinaus – und erhielt für ihre Interpretation einer ...
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Im Hotel tagt das Paralympische Komitee: Menschen in Rollstühlen, mit Bein- oder Armprothesen sitzen beim Nachtessen. Vor dem Hotel balancieren Jugendliche auf Stelzen und versuchen, das Prothesengefühl zu spüren. Drei Tage später ist die Welt im Paralympics-Hotel völlig verkehrt: Da ist nämlich Juventus Turin zu Gast, es ist Sonntagnachmittag, und die Spieler...
Von Ratten keine Spur. Alles sauber aufgeräumt auf diesem bühnenweiten Dachboden (Henrike Engel) mit ein paar ordentlichen Kostümhängern unter der neonbeleuchteten Schräge, einigen Kleiderpuppen und der akkuraten Stuhlreihe im Hintergrund, auf der das Ensemble Platz genommen hat und von wo es wie auf der Probe ins Stück springt.
Hauptmanns Stück liest sich heute...
Auch im Hörspiel sind neue Formen von Dokumentarstücken auf dem Vormarsch. Sie bedienen sich echter und nachgestellter O-Töne, spielen mit dem dokumentarischen Material in Formen des Rundfunk-Features und der Reportage, scheuen aber auch nicht vor dem Ausfüllen von Leerstellen einer wahren Geschichte mit spannend gemachten Kolportage-Elementen zurück, die im...
