Der Sieger und seine Verfolger
Jens Harzer
Allein wie Jens Harzer am Thalia Theater den zu Tode zitierten Posa-Satz sagt von der Gedankenfreiheit, ist den ganzen «Don Carlos» wert – leicht, spielerisch, verführerisch, mit einer lässigen Handbewegung und seinem schiefen Lächeln, als sei das kein großes Ding.
Anke Dürr
Seinen Ruhm hat Jens Harzer sich erspielt als fantastischer Alien des deutschen Theaters, in der Rolle des Posa aber ist er brutal menschlich: als einzig Normaler unter Schwärmern, als geistesklarer und fast spießiger Vernünftling unter Liebes- und Macht-Wüterichen – ein Teufelskerl, der amüsant, klug, herzergreifend scheitert. Wolfgang Höbel
Jens Harzer spielt den Posa so filigran selbst-bewusst und intelligent und dabei
so brüchig zeitgenössisch, dass er einen mitreißt, hinreißt, zum Denken verführt – und in dieser Rolle tatsächlich einen neuen Blick auf die Welt eröffnet. Christine Dössel
Jens Harzer wippt sich als Posa elastisch in Gespräche, er biegt Körper und Sprache geschmeidig zurecht – nö? oder? – und belohnt den Hofstaat mit Gesten der Freundschaft, die er ins Demütigende kippen lässt: Als gefährlicher Charismatiker loggt er sich in ein verderbliches System ein. Roland Müller
Schillers ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Spieler des Jahres, Seite 78
von
Das ist der Tod, der vor mir steht – lacht!» Mit diesem Motto beginnt Emine Sevgi Özdamars Umwidmung eines barocken Totentanzes zu einem Memento mori in sieben Szenen, zu einem grausigen und komischen Spiel über Krankheit, Verlassenwerden, Sterben im Exil und die Kraft, die der Mensch dagegen mobilisieren kann. Sie feiert keinen Kult der Vergänglichkeit, in dem...
Ich habe schon das Sekundärdrama erfunden, und jetzt erfinde ich meinetwegen auch noch das Parasitärdrama (man kann es auch Schmarotzerdrama nennen), nein, leider habe nicht ich es erfunden. Ich habe es nicht einmal bewußt gefunden. Ich bin auch schon einmal ein bißchen Abfall für alle gewesen, was absolut gestimmt hat, es war mir nur nicht eingefallen, auch nicht...
Im Jahre 2010 wird in Hollywood die Erfolgsgeschichte des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg verfilmt. Der Held ist ein 20-jähriger Harvardstudent und Internetfreak, der eine virtuelle Plattform errichtet, auf der sich Menschen im Internet in einem selbsterstellten Profil darstellen und per Mausclick mit Hunderten von anderen Menschen Freundschaften schließen können....
