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Wer über das Theater gründlich nachdenkt, kommt am großen Theater- und Fußball-Philosophen Thomas Brdaric, der als Stürmer in Diensten des VfL Wolfsburg steht, kaum vorbei. Erst kürzlich, zu Beginn der Winterpause, sagte er: «Man macht sich schon sehr, sehr viele Gedanken. Und gerade weil man sich so viele Gedanken macht, habe ich mir in den letzten Tagen einfach sehr, sehr vieles durch den Kopf gehen lassen: dass ich mir nicht so viele Gedanken mache.» Damit wären meine Überlegungen eigentlich schon am Ende.
Weil es so aber kaum zu fassen ist, hier doch noch der Versuch eines zweiten Anlaufs.
Fragen und Schlaglichter
Vielleicht ließe sich über das Theater auch so reden: «In gewisser Weise ist es ja ein anachronistisches Spiel: Es widersetzt sich den Mechanismen des Marktes – und auch des Fernsehens. Es ist ein offenes Spiel ohne festgelegtes Ende, ohne Zeitlimit, ohne Uhr – ein Spiel kann auch sieben Stunden dauern, und es entzieht sich der Standardisierung: Kein Spielfeld ist genau wie das andere. Vielleicht hat die Magie des Spiels auch damit zu tun, dass es immer noch die naive Erinnerung an Jungs auf einer Kuhwiese in sich trägt. Ich würde gern glauben, dass dahinter eine ...
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Franz Wille Wie fühlt man sich, wenn man ein Stück über Arbeitslosigkeit geschrieben hat?
Moritz Rinke Wie ich mich «fühle»? Das klingt ja so, als arbeite jetzt Waldemar Hartmann von der Sportschau bei «Theater heute». Wenn Sie allerdings meinen, ob es nicht etwas sonderbar sei, ein Jahr an einem Stück zu arbeiten, das davon handelt, dass andere nicht arbeiten …
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Nicht versöhnt» hieß die Straub-Verfilmung von Heinrich Bölls «Billard um halb zehn» über das Sich-Arrangieren der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft, die nie aufgehört hat, vom Sakrament des Büffels zu essen. Auf dem Brot der frühen Jahre und seinen hart gewordenen Krusten kaut Armin Petras herum, wenn er am Schauspiel Köln Ibsens Enthüllungsdrama «Die Wildente»...
