Nur die ganze Welt

Theater der Welt in Mannheim eröffnet mit investigativer Aufklärung, Elfriede Jelineks «Die Schutzbefohlenen» (der Stückabdruck liegt diesem Heft bei), einer Tschechow-Revue, der neuen Chelfitsch-Premiere und japanischen Generationsproblemen

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Am Anfang stand ein besonderer Fall von investigativem Journalismus. Jacob Applebaum, der NSA-Rechercheur und Snowden-Vertraute, sollte in seiner «Theater der Welt»- Eröffnungsrede über zwei Aspekte von Aufklärung sprechen – Lessings Traum und den Alptraum der Spionage –, redete aber lieber aus aktuellem Anlass in eigener Sache.

Denn der gerade frisch gekürte Henri-Nannen-Preisträger hatte herausgefunden, dass der legendäre «Stern»-Chef als Wehrmachts­offizier Nazi-Propaganda betrieben habe und auch in die Gespräche um den Abdruck der gefälschten Hitler-Tagebücher involviert war. Beides hätte er bereits bei der Hamburger Preisverleihung ansprechen wollen, sich aber dann doch nicht getraut. Böse einschüchternder sozialer Druck in den heiligen Hamburger Pressehallen habe ihn davon abgehalten. Jetzt vor dem Mannheimer Theaterpublikum aber fühle er sich davon frei und wolle gleich noch dar­auf hinweisen, so erklärte er zur Premiere, dass weder der «Spiegel» noch die «Süddeutsche Zeitung» seine Mannheimer Eröffnungsworte abdrucken wollten, obwohl sie das vorher angekündigt hätten. Warum wohl?

Große Fragezeichen schwangen von der Bühne. Weil die Flaggschiffe des deutschen
Enthüllungsjour ...

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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 4
von Franz Wille

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