Die Würstchen der Wahrheit
Angehängt an Wolfram Lotz’ Theaterstück «Der große Marsch» ist eine frisch delirierende «Rede zum Unmöglichen Theater», die man jedem Schauspielschüler, dem sie nicht sowieso schon aus dem Herzen spricht, an den Garderobenspiegel pinnen möchte.
Es geht los mit «Die Würstchen der Wahrheit, die für uns gebraten werden, wollen wir nicht mehr essen!», dann verflucht Lotz ausgiebig die Wirklichkeit samt des von ihr für uns vorgesehenen Endes, dem Tod, um schließlich das Theater als Ort zu beschwören, «an dem die Fiktion in Wirklichkeit umgewandelt wird», und insistiert: «Jaja, aber dann lasst uns das auch machen!»
Am Leipziger Centraltheater, in der Spielstätte Skala, hat der vierte Jahrgang der Schauspielschule Felix-Mendelssohn-Bartholdy die schöne Gelegenheit, Fiktion in Wirklichkeit umzuwandeln. Allerdings mit zwei Einschränkungen: Da ist zum einen «Der große Marsch» des 32-jährigen Hamburgers Lotz, ein Meta-Theatertext und Ironisierung des (politisch engagierten) Regietheaters, in dem der Autor selbst samt seiner Mutter auftritt, aber auch (unter anderen) Bakunin, Lewis Paine und Josef Ackermann, in dem kleinteiligst ein billiges Büffet mit mehreren Sorten Nudelsalat ...
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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Eva Behrendt
Aachen, Grenzlandtheater
28. Hübner, Nachtgeschichte
R. Catharina Fillers
Aachen, Theater
17. Ibsen, Hedda Gabler
R. Ludger Engels
Aalen, Theater der Stadt
11. Goethe, Faust
R. Katharina Kreuzhage & Nikolaos Boitsos
12. Funke, Die wilden Hühner geben Fuchsalarm
R. Petra Jenni
Altenburg/Gera, TPT
25. Fransz, Medea (DE)
R. Jürg Schlachter (in Gera)
Baden-Baden, Theater
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Drei Tage dauerte das Theaterspektakel der «Moskauer Prozesse» in den Räumen des Sacharow-Zentrums. Genau in diesem Saal stürmten im Jahre 2003 rechtgläubige Aktivisten die Ausstellung «Vorsicht, Religion!», genau hier öffnete vier Jahre später die Ausstellung «Verbotene Kunst 2006». Und genau hier schauten am dritten Tag der «Moskauer Prozesse» rechtgläubige...
«Licht und Finsternis», das heißt in Lars-Ole Walburgs Inszenierung von gleich zwei Tolstoi-Texten an einem Abend ganz pragmatisch oben und unten. Denn Walburg spielt das Drama «Die Macht der Finsternis» und das Fragment «Und das Licht leuchtet in der Finsternis» nicht nacheinander, sondern bringt die Geschichte um einen gut situierten Systemaussteiger und eine...
