Den Osten im Blut

Ein Porträt zum zehnjährigen Jubiläum von norton.commander.productions

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Um «Rosemaries Baby» inszenieren zu wollen, ist es nicht nötig, sich den Film anzuschauen, vielleicht ist es sogar schädlich. Statt Polanski haben Harriet Maria und Peter Meining mit ihrem Team gemeinsam Michael Hanekes Film «Caché» geguckt. Bei Übereinstimmungen zwischen der Teufelei in New York und einer intellektuellen Pariser Kultur-Bohème, die sich plötzlich der Überwachung ihres privaten Lebens ausgesetzt fühlt, ist man schnell bei mehr als nur Atmosphärischem. Es geht ein Riss durch die Welt, der sich nicht schließen lässt.

Körperlose Gefahr sorgt erst für Verunsicherung, schließlich für Auflösung und Zerstörung. Womit ein, wenn nicht sogar das zentrale Thema von norton.commander.productions benannt wäre. Unter diesem Titel haben vor zehn Jahren Harriet Maria (Jahrgang 1967) und Peter (1971) Meining ihre Kreativgruppe gegründet. Wenn der Name ein bisschen nach «Enterprise» klingt, auch gut, denn mit einem Aufbruch in andere Räume hat das «Unternehmen» durchaus zu tun.

Mit ihren Arbeiten, zu denen Performances, Installationen, Stadtinterventionen wie etwa ihre «Luxus»-Verschwendung beim «Theater der Welt» 2002 in Düsseldorf sowie Kurzfilme gehören, bewegen sie sich an der ...

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Theater heute Mai 2006
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Andreas Wilink

Vergriffen
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