99 Prozent Graz
Grazer Fußballfans gingen in diesem Herbst durch die Hölle: Ende Oktober musste der schwer verschuldete Verein Sturm Graz Konkurs anmelden – dabei spielte man noch vor ein paar Jahren in der Champions League. Grazer Theaterfans hingegen können sich über den Herbst nicht beklagen. Genauer gesagt: den Steirischen Herbst. Zwar war auch das traditionsreiche Festival zuletzt in finanzielle Schwierigkeiten geraten; trotzdem gab es Theater auf Champions-League-Niveau zu sehen.
Die Erhaltungskosten der 2003 eröffneten Helmut-List-Halle hatten das Budget des Steirischen Herbstes gesprengt und indirekt auch zum Abgang von Intendant Peter Oswald geführt. Der neuen Intendantin, Veronica Kaup-Hasler, stand weniger Geld zur Verfügung als ihrem Vorgänger, aber die Dramaturgin, die zuletzt das Festival Theaterformen in Hannover und Braunschweig geleitet hatte, machte aus der Not eine Tugend. Mit Ausnahme von Alain Platels Monteverdi-Abend «vsprs» (siehe TH 4/06) wurden nur kleine Produktionen gezeigt; im Unterschied zu bisherigen Gepflogenheiten, als praktisch alle Kulturinstitutionen der Stadt irgendwie in den Herbst eingemeindet wurden, gestaltete Kaup-Hasler ein konzentriertes, auf drei Wochen ...
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Den Skandal gab es schon vor der Premiere. Das Dortmunder Theater warb für Thirza Brunckens «Faust»-Inszenierung mit einem Plakat, auf dem das Foto eines Mannes mit blutig geschlagenem Gesicht zu sehen war. Offensichtlich hatte ihn jemand mit Faustschlägen traktiert. Darüber prangte, wie über allen Dortmunder Theaterplakaten, der Spruch: «Willkommen in Dortmund».
So...
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