Kino: Eine ausgesucht eigenwillige Sippe
Wie ihr Name bereits nahelegt, sind die Wunderlichs eine Familie mit betont hohem Unterhaltungsfaktor. Mutter Liliane (Hannelore Elsner) leistet sich eine ausgereifte Altershypochondrie und traktiert ihre Tochter Mimi (Katharina Schüttler) mit melodramatischen Tumordiagnosen. Dagegen wirkt das Krankheitsbild von Mimis Vater Walter (Peter Simonischek) geradezu sozialverträglich. Walter klaut seinen Töchtern ihr (weniges) Geld, um es – tatkräftig unterstützt von Mitpatientinnen aus der Psychiatrie – nach Möglichkeit beim Pferderennen zu vermehren.
Und Mimis Sohn Felix (EWi Rodriguez) – ein waches Kind mit ADHS-Diagnose – sperrt nicht nur seine tantenhafte Lehrerin in den Schrank, sondern hält seine Mutter auch mit zwingender Dialektik auf Trab. Als Mimi am Abendbrottisch die moralisch korrekte Erziehungsberechtigte herauskehrt («Man sperrt doch keine Menschen in den Schrank!»), entgegnet Felix messerscharf: «Aber Frau Schmidt ist kein Mensch!»
Zweite Chancen
Es gibt einige dieser schön lakonischen Dialoge in Dani Levys neuem Film «Die Welt der Wunderlichs». Wie in seiner großen Zocker-Komödie «Alles auf Zucker!» von 2004, in der Henry Hübchen als Billard-Maniac auf Wunsch seiner ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Christine Wahl
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