Life after Charlie: Das republikanische Modell
Paris kehrt zur Normalität zurück, mit Narben. Das Gedenken an die Attentate vom Januar bleibt sichtbar, etwa an der Place de la République: Da ist das Monument der Republik in der Platzmitte, mit der allegorischen Figur der Marianne, Symbol der Freiheit Frankreichs, übersät mit Blumensträußen. Kerzenlichter stehen da, Plakate und Flugblätter. Toute la république ist «Charlie», und gerade eben legt eine Frau ein frisches Bouquet hin: «Wir dürfen nicht vergessen, was geschehen ist.
»
Auch die Fassade des Institut du Monde Arabe ziert der Schriftzug «Nous sommes tous Charlie», in französischen und in arabischen Lettern. Der Präsident des Institut du Monde Arabe, Jack Lang, der frühere Kulturminister, war einer der ersten, die sich im Januar dezidiert gegen die Barbarei der Terrorakte gestellt haben. Das hat durchaus seine Bedeutung, hat das Institut du Monde Arabe doch so etwas wie eine kulturelle Scharnierfunktion zwischen Frankreich und der arabischen Welt. Dennoch ist das Denken in Communities eigentlich ganz unfranzösisch. Auf dem Personalausweis der Republik steht keine Religionszugehörigkeit. Müssen «die Muslime» die Attentate verurteilen?
Der marokkanische Romancier und ...
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Theater heute März 2015
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Andreas Klauei
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