Die Not am Ein- und Ausgang
Nach Europa, heißt es für die einen, in dessen besseren, reichen Teil für die anderen. Flucht, Migration, Asyl und legale Einwanderung sind Begriffe, mit denen Politik gemacht wird. Insbesondere seit die EU-Regel gilt, dass der Staat, der zuerst betreten wird, sich um den Notzugang von außen zu kümmern hat. Griechenland, Italien und Spanien sind damit nicht nur mehr gefordert, sondern zunehmend auch überfordert. Doch auf den Mittelmeerraum lässt sich das Problem nicht begrenzen.
In der Steiermark gibt es bei 1,3 Mio. Einwohnern gerade einmal 2.
400 Asylbewerber aus Staaten, in denen Menschen verfolgt werden. Die Arbeitsmigration innerhalb der EU zu regeln, dürfte indes die größere Aufgabe sein. In Deutschland, wo die Anerkennungsquote für Asylbewerber bei 2 Prozent liegt, hält die Politik auch die unlängst noch als unkalkulierbar geltende Arbeitsmigration inzwischen für ein beruhigtes Feld. Das Problem liegt vielmehr darin, dass alle diese Phänomene in der öffentlichen Wahrnehmung miteinander vermischt und schnell auf den dramatischsten Punkt gebracht werden: die Fluchtwelle aus Afrika und kriminelle Milieus um legale Einwanderung, die dann selbstverständlich Zwangsprostitution ...
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Theater heute März 2012
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Thomas Irmer
Orange leuchtet die Glühbirnen-Schrift auf der grauen Lamellenleinwand, die den dunklen Raum der kleinen Studiobühne teilt: «NEDEN» – Warum? Aus dem nur halb einsehbaren Bühnenhintergrund sprechen drei Männer chorisch den Paragraf 301 des türkischen Strafgesetzbuchs, der die öffentliche Beleidigung des «Türkentums» (seit 2008 der «türkischen Nation») unter...
Das Thalia Theater hatte mich gebeten, für Helmut Schmidt ein Stück zu spielen. Ganz privat, in seinem Haus in Langenhorn. «Welches Stück? In was für einem Raum?», fragte ich. «Eines von deinen Solo-Programmen. In seinem Wohnzimmer. Dreißig Minuten Zeit für die Einrichtung.» Gut, dachte ich, dann machen wir «Amerika» von Kafka.
Das Vorhaben schien unwirklich, doch...
In der «Zeit» hat sich der Autor F.K. Mafhys einmal grundlegende Gedanken darüber gemacht, ob der Sport in Shakespeares Leben und Stücken eine besondere Rolle spielt. Sieht man davon ab, dass für den Dichter auch schon Bärenfang oder die Jagd von Fischen, Hasen und Fasanen zum leibesertüchtigenden Zeitvertreib zählten, so finden sich in den Dramen doch tatsächlich...
