Mannheim Schauspielhaus
Würde sie das Land der Griechen mit der Seele finden, träfe sie dort kaum jemand, den sie kennt. Ihr aus Troja heimgekehrter Vater wurde von der Mutter ins Jenseits befördert, die Mutter dann von Bruder Orest. Von all dem weiß Iphigenie noch nichts, es könnte aber sein, dass sie eine besondere Beziehung zum Wind hat. Er fehlte den Griechen, als sie gen Troja segeln wollten, was dazu führte, dass Agamemnon seine Tochter opfern ließ. Und er wehte das Mädchen während der Opferung zur Insel Tauris.
Diana hatte die hehre Lichtgestalt in eine Wolke gehüllt, und die wurde zu den «barbarischen» Skythen geweht. Dort sitzt die sanftmütige Einhandseglerin nun im Sturm der Kulturen und hat so allerhand zu managen: das Begehren des skythischen Königs zum Beispiel, der immer wieder seinen Vertrauten Arkas vorbeischickt; und dann taucht auch noch Orest zusammen mit dem Gefährten Pylades auf der Insel der Barbaren auf, wo die Schwester als hoch geachtete Priesterin wirkt.
Eine Setzung, die Lisa Nielebock ernst nimmt und zusammen mit Sascha Gross (Bühne und Kostüme) in größtmögliche Reduktion und Sprachkonzentration umsetzt. Gespielt wird vor dem eisernen Vorhang. Alles ist in Weiß getaucht und ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Jürgen Berger
Am Tag der documenta-Eröffnung für Journalisten kursierte eine Anekdote, die – selbst wenn sie nicht ganz so stimmt – alles über die zwei Gesichter der Carolyn Christov-Bakargiev aussagt. Kurz bevor die künstlerische Leiterin der 13. Ausgabe dieser Weltkunstschau in Kassel vor hunderten Journalisten ihr Konzept erläutern sollte, drohte sie angeblich damit, die...
Der Trojanische Krieg dauerte zehn Jahre. Auch Matthias Hartmanns Inszenierung «Das Trojanische Pferd» hat Überlänge. Im Unterschied zu der Aufführung im Kasino des Burgtheaters kann man vom Trojanischen Krieg zwar nicht so genau sagen, ob er überhaupt stattgefunden hat. Aber die Griechen hatten wenigstens ein Motiv.
Das Kasino hat der Burgtheaterdirektor zu seiner...
Wenn Christoph Marthaler Horváths «Glaube Liebe Hoffnung» inszeniert, dann entfalten sich Liebe und Hoffnung in ihrer ganzen glaubensstarken Kraft: ein erotischer Höhepunkt der Wiener Festwochen.
Vor der Occupy-Bewegung erzittern bekanntlich Wall Street, Europäische Zentralbank und alle anderen Mächtigen der Welt. Jetzt muss Occupy zittern: vor Martin Heckmanns’...
