Weltbrachenbespielung
Jetzt geht er nach Beirut. Auch so eine Stadt, in der nach 16 Jahren Bürgerkrieg die Brachen reichlich sind. Brachen scheinen Matthias Lilienthal zu beflügeln. Und in Europa ist Berlin die Brachenstadt schlechthin, längst nicht mehr kriegs- und kaum noch wendebedingt, sondern vor allem als Folge eines einzigen Planungsdebakels: der neue Flughafen Berlin-Brandenburg, der partout nicht fertig wird, die Flughafengelände von Tempelhof und Tegel aber zu riesigen Leerflächen in und am Rande der Stadt gemacht hat und machen wird.
Früh schon hat Lilienthal zu verstehen gegeben, das einer der Hangars im alten Flughafengebäude von Tempelhof sein Wunschort für die Zeit nach dem HAU wäre: ein riesiger leerer Raum für ein Versuchslabor auf der Schnittstelle von Performing und jeder anderen Art. Der leere Ort und 5.000.000 Euro im Jahr, und Berlin hätte den Mann mit dem Fliegernamen zurück. Wird erstmal nichts werden, sämtliche Hangars sind für die nächsten zehn Jahre der Mode-Messe Bread & Butter versprochen, ein Lieblingsprojekt von Klaus Wowereit, zwar nur für zwei Monate im Jahr, diese Blockade reicht aber völlig, die Kunst auf Abstand zu halten.
Mit dem Rad durch die Welt
Also machte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Barbara Burckhardt
Wer noch vor Ende des letzten Jahrtausends Geisteswissenschaften studierte, hielt dieses gigantische, absatzlose Buch gewiss in den Händen. Ob als Seminarthema, in intensiver Einzelstudie oder studentischer Arbeitsgruppe – «Die Ästhetik des Widerstands» war Kultbuch und Pflichtlektüre. Denn hier wurde der Widerstand der Arbeiterbewegung gegen den Faschismus...
Jetzt ist es vorbei: Nach neun Erfolgsjahren am Berliner HAU verlässt Intendant Matthias Lilienthal Haus und Stadt. Zum Abschied folgte er noch mal dem alten Motto Überforderung mit 24 Stunden «Unendlicher Spaß» und einer weitläufigen «Weltausstellung» auf dem Tempelhofer Feld. An den Münchner Kammerspielen schlägt Michael Thalheimer zum ersten Mal auf mit...
5.8./Sonntag
19.15, 3sat: Abseits der Festspiele.
Salzburg und die Kunst
Ein Film von Peter Beringer
6.8./Montag
20.15, arte: Citizen Kane
Spielfilm (1941) von und mit Orson Welles
8.8./Mittwoch
21.45, arte: Der Weg nach innen:
Hermann Hesse Dokumentation (2012) von Andreas Christoph Schmidt anlässlich des 50. Todestages
15.8./Mittwoch
22.45, arte: Der Knochenmann
Spiel...
