Branden Jacobs-Jenkins; Foto: John D. & Catherine T. MacArthur Foundation
Rousseaus Alptraum
Sie sind jung. Sie sind erfolgreich und sie haben es geschafft: Kendra, Dean, Ani und Miles arbeiten in den hypermodernen «Midtown Offices» eines bekannten New Yorker Magazins. Dieser Job könnte ihr Sprungbrett für die große Karriere sein. Auch wenn Miles nur Praktikant, Ani eigentlich eine diplomierte Neurowissenschaftlerin und wie die Bloggerin Kendra auf der Suche nach beruflichen Möglichkeiten eher zufällig in der Kulturredaktion des Magazins gelandet ist. Auch Dean, der «älteste noch lebende Assistent» der Redaktion, fühlt sich eigentlich als Romanautor.
Denn in Zeiten des Internets muss man immer auf dem Sprung sein und darf sich nicht zu lange an einer Position festbeißen, sonst bleibt man auf der Strecke.
Deshalb beschäftigt sich jeder von ihnen nur mit sich und seinem eigenen Fortkommen. Und so kann es dann auch passieren, dass man die Einladung zu Glorias aufwändig geplanter Einweihungsparty zur erstandenen Eigentumswohnung verpasst oder überhaupt nicht ernst genommen hat. Gloria, die seit fünfzehn Jahren schon in der Herstellung des Magazins herumhängt, keine Chance auf Veränderung und keine Freunde in und außerhalb des Jobs hat. Keiner von ihnen hätte ahnen können, ...
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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 165
von Andrea Koschwitz
Während des stalinistischen «Großen Terrors» wurden in der Sowjetunion von 1936 bis ’38 rund 1,5 Millionen Menschen verhaftet – ein Prozent der Bürger. Davon wurden 750.000 erschossen, mit oder ohne Schauprozess, bis zu 200.000 weitere starben in der Lagerhaft. Diese groben, entsetzlichen Fakten sind bekannt. Über die Details gibt es zwar Bibliotheken voller Bücher...
Achtung, hier kommt der neue König!» Der Sieger, der Vorkämpfer, der Anführer, der Gewinner, der Vater, der Erlöser, der Gott: Viele Namen trägt der gerade erwählte König, doch wie er wirklich heißt, wird nie direkt ausgesprochen: Donald J. Trump ist Anlass, aber nicht Essenz des neuen Stücks von Elfriede Jelinek. Sie stellt sich grundsätzlichere Fragen wie: Auf...
der ideale staat ist kein staat, also keine gesellschaftsordnung, bei der einer bestimmten gruppe eine privilegierte stellung zukommt; sondern eine gemeinschaft gleichberechtigter idealisten ohne hierarchien und herrschaft.
die gesellschaft
alle menschen sind sich der abhängigkeit voneinander und von einer funktionierenden umwelt bewusst. um das zu erreichen, ist...
