Vorübergehend entstellt
Vom Basic Instinct, dem wölfischen Wesen, ist nur ein «Wauwau» geblieben – als Kosewort des einen für den anderen Ehepartner. Durch mancherlei Domestizierung gegangen, ist dieses Wauwau nicht einmal mehr die stubenreine Fassung eines Naturlautes, sondern der Refrain aus einem Chanson von Paolo Conte. «Wauwau» nennen sich nach dessen Schmachtgesang Annette und Alain Reille, und wenn man darin den Nachhall eines Kläffens und Bellens zu hören meint, hat das keinen falschen Klang.
Die Vermögensberaterin und der Anwalt sind die Eltern des elfjährigen Ferdinand, der – je nach Sichtweise – ein ganzer Kerl und «Wilder» oder ein Schläger und Streber ist. Und Anlass für den nachmittäglichen Besuch der Reilles im Salon von Véronique und Michel Houillé, Eltern von Bruno, Ferdinands Schulkamerad – und sein Opfer. Die Paare treffen sich zum Krisengipfel, der nach der Verhandlung die Versöhnung bringen soll.
Ferdinand hat zugelangt, mit Stecken, Stab und Stange – auf dem urbanen Pariser Square de L’Aspirant Dunant liegen zwei abgebrochene Schneidezähne Brunos, und ein Nerv liegt bloß. Weshalb bei Monsieur und Madame Houillé sowie Reille der Nervenkrieg ausbricht. Schadensregulierung und ...
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Wer rumort da im Keller? Ein Einbrecher? Ja und nein. Denn der Junge, der sich in das Haus eines arrivierten Werbeagenturmenschen geschlichen hat, behauptet, dessen Sohn zu sein. Gezeugt in der wilden Jugendzeit der freien Liebe, jetzt auf der Suche nach dem Vater. Und eingebrochen ist er eigentlich nicht. Vielmehr eingegangen. Sagt er jedenfalls, als der Mann ihm...
Vorsichtig bahnen sich drei Kerzen ihren Weg durch ein Tableau aus schemenhaften Gestalten. Stimmen erklingen. Irgendwo in einem dunklen Zimmer haben Tony, Thomas und Christian Buddenbrook das Stammbuch ihrer Familie entdeckt, deren große Zeit längst im dämmrigen Zwielicht der Geschichte in Vergessenheit geraten ist. In Zeiten der Angst vor dem Abstieg...
Teo Vadersens Biografie prekär zu nennen, ist fast schon ein Euphemismus. Sein Leben nahm eine tragische und doch – in Vadersens Augen – glückliche Wendung, als sich 1996 in der neunten Vorstellung von «Roberto Zucco», einer freien Produktion des Theaters Affekt, Regie Lars-Ole Walburg, ein Haken in der Seitenwand des Theatersaals im Berliner Tacheles löste und...
