Auf Gegenseitigkeit

Felicia Zeller: «Gespräche mit Astronauten»

Theater heute - Logo

Es gibt diese Filme, die starten mit dem Blick aus dem Weltall auf die Erde, eine blaue, sich im Unendlichen drehende Kugel. Dann beginnt die Kamerafahrt, und die Erde kommt näher, wir können Ozeane und Kontinente unterscheiden, als nächstes sieht das aus wie ein Google-Bild, wir nähern uns einem Land, einer Region, einer Stadt, einer Straße, einem Haus, und endlich beginnt die Geschichte. Hier oder dort, bei Ihnen oder mir. Egal.

 

 

Felicia Zellers neues Stück «Gespräche mit Astronauten» weitet sich zu diesem fernen Blick auf unsere Erde erst ganz am Ende, wenn Thomas, ein Astronaut, nach erfolgreich absolviertem Flug ins All die ganze Welt Fähnchen-schwenkend grüßt und dazu ebenso ergreifende wie leider auch ziemlich plattitüdenhafte Sätze über die Erde als «Mutterraumschiff mit einer endlichen Atmosphäre» in die Mikrofone der Pressevertreter spricht. 

 

Thomas ist der Vater von Peter, einem kleinen Jungen irgendwo in Deutschland. Dieser Junge sieht seinen Vater nur sehr selten, weil so ein toller Beruf wie Astronaut zwangsläufig auch gewisse Nachteile beinhaltet. Zum Beispiel den, dass dieser Vater sehr selten und immer nur sehr kurz zu Hause ist. Wenn er dann mal nach langer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Stücke der neuen Spielzeit, Seite 182
von Josef Mackert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Vier Elogen...

Samuel Finzi: Einfach da

Zuerst war ich mit Birgit in Sczecinek (Polen). Sie war noch sehr jung, ich – jünger. Ein Jahr später war ich mit ihr in Wien. Dann in Berlin. Ich war mit Birgit auch in Paris. Ich war mit ihr in Athen. Auch in Zagreb und Sarajevo. In Montreal war ich auch mit ihr. 

 

Sogar in Chur (in der Schweiz) war ich mit Birgit. Und ich war mit ihr in...

Friedhof der Kuscheltiere

In seinem Debüt «Feuergesicht» (1998) beginnen zwei Jugendliche einen selbstmörderischen Kampf gegen die Welt der Erwachsenen. Erst fackeln Kurt und Olga, ein inzestuöses Geschwisterpaar, ihre Schule ab. Dann töten sie im Blutrausch die eigenen Eltern. In «Freie Sicht» (uraufgeführt 2008 beim Adelaide Festival, Australien) beschreibt Marius von Mayenburg Terror und...

Sondertribunal für den Tyrannen

Simon Stephens, der britische Autor mit dem Sinn für die Underdogs und die großen und kleinen Tragödien hinter den politischen Verhältnissen unserer Zeit, schickt sich an, gemeinsam mit dem Regisseur Sebastian Nübling König Ubu, alias Vater Ubu, alias Ubu Roi den Prozess zu machen. Jener anarchisch-bösen Theaterfigur also, die Alfred Jarry als Vorläufer der...