Das Ensemble, mein*e Lieblingskünstler*in
Als ich für mein Studium von Salzburg Land nach Hamburg zog, hatte mein Kulturschock Ausmaße einer schwindelerregenden Identitätskrise, die mich in eine depressive Dauerverwirrung stürzte. Den einen kulturellen Unterschied, den das 18-jährige Bauernmädchen, das ich war, aber sehr klar sehen und sofort freudig wertschätzen konnte, war die Qualität der Fußballkommentatoren im deutschen Fernsehen.
Die waren anders als die ORF-Kommentatoren, die sich im uninspirierten Namen-Aufzählen aller Spieler, die gerade den Ball berührten, verloren, oder sich vorschnell in wertenden Plattitüden versteckten. Die klangen nicht wie das säuselnde Dauernörgeln vom österreichischen Superexperten Schneckerl Prohaska. Der Fußballexperte im Studio, der mich besonders faszinierte, war Jürgen Klopp. Er beschrieb Spieler auf eine so eigene, tiefgehende, kluge, auch wertschätzende Art. Er machte mich auf die Arbeit von Spielern aufmerksam, die gerade gar nicht am Ball waren, beschrieb Spielzüge, die ich erst durch ihn erkennen konnte, benannte Qualitäten von Spielern, die mir davor nie bewusst waren, und machte mir Zusammenhänge sichtbar. Er verstand, was auf dem Feld los war und konnte es beschreiben.
Verz ...
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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Künstler Positionen, Seite 8
von Julia Riedler
Die Theaterzeitschrift im 60. Jahrgang
Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 60. Jahrgang
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Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Kraemer
Gestaltung
C...
Was haben ein Dreckspfau, ein Spatz, ein Bussard, eine Rauchschwalbe, ein Zilpzalp, eine Feldlerche, eine Krähe, vier unterschiedliche Arten Meisen, ein Flamingopärchen, eine Pute, ein Huhn & eine Henne, eine weiße Taube und natürlich der titelgebende Bookpink, plattdeutsch für Buchfink, gemeinsam? Sie sind menschlich, allzu menschlich.
Caren Jeß’ federführendes...
Was macht einen Künstler heute zum Künstler? Was ist seine alternative, dissidente oder sonst anders gedachte Position?»
Mir scheint: der Rückzug – wie zu allen Zeiten!
Aus dem Gewusel der alles fordernden und überfordernden Alltäglichkeit unserer Städte zurück in die Stille, Unaufgeregtheit oder Leere einer Probebühne, eines Sets, eines Ateliers. Da hat man –...
