Der Starke pflanzt sich fort

wieder ab 26.03 am Kassel Staatstheater, tif: Rebekka Kricheldorf «Testosteron» (U)

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«Gutes Viertel» nennt Rebekka Kricheldorf das Ambiente, in dem die Klemmers leben: Patriarch Fabian und sein guter Sohn, der Arzt Ingo mit sei­ner Psychotherapeutenfreundin Solveig. «Schlech­tes Viertel» kommt nur per Fernsehen ins Wohnzimmer. Und in Gestalt von Raul, dem bösen Sohn, der sich vor Jahren aus dem «Mumienviertel» verabschiedet hat, um seinen Vorstellungen von echter, testosterongetriebener Männlichkeit im schlechten Viertel nachzugehen. Einst Legionär, jetzt Auftragskiller. Vater Fabian hat ihn zum Familiengespräch gebeten.

Es geht ums Erben, und der Patriarch hat erwartungsgemäß entschieden: Ingo kriegt alles und Raul den Pfifferling, den er seinem Vater nicht wert ist ...

Die Guten und die Schlechten, Vernunft und Trieb, V-Ausschnitt und Proll-Sonnenbrille: In sauber getrennten Welten beginnt Rebekka Kricheldorfs schwarze Wohnzimmer-Parabel, um sich die nächsten hundert Minuten in flotten Blankversen krachend komisch und alle political correctness sorglos vermeidend der Auflösung und Verwirrung jeder sauberen Zuordnung zu widmen. Shirin Khodadadian hat sich im tif des Staatstheaters Kassel von Ulrike Obermüller das Eichenfurnierwohnzimmer in einen barocken ...

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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Barbara Burckhardt

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