Kiel: Vorläufig in Sicherheit
«Im Jahr 2015 begibt sich eine alte Frau aus Mossul mit ihrer vierjährigen Enkelin auf die Flucht. Sie legt 18.000 Kilometer zurück, vom Irak zum Baltikum, über die sogenannte Balkanroute. Dies ist ihre unglaubliche Geschichte.
» Stefano Massini ist gut darin, komplexe Themen auf Boulevardniveau herunterzubrechen – dass seine Protagonistin Haifa quer durch Europa flüchtete, vom Irak in die Türkei, von der Türkei über die Ägäis nach Griechenland, von Griechenland immer weiter nach Norden, bis sie in einem Schiffscontainer landet mit der Aufschrift «Occident Express», den sie fälschlicherweise mit dem Ziel «Stockholm» identifiziert, das ist tatsächlich eine «unglaubliche Geschichte», wie es im vorangestellten Motto heißt.
«Occident Express» setzt auf den Effekt Empathie mit einem Einzelschicksal, ist als identifikationsheischender Bericht der Protagonistin nicht ungeschickt aufgebaut, aber ohne Blick für den Gesamtzusammenhang, der im Thema Flucht mehr entdeckt als die Einfühlung in ein grausames Erlebnis. Josua Rösing macht auf der Studiobühne des Kieler Schauspielhauses entsprechend das Beste daraus, indem er sich einer Bebilderung des Gesagten konsequent verweigert: Haifa ist ...
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Theater heute Februar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Falk Schreiber
Wie lassen sich zwei Zipfel Theatergeschichte zu einem zeitgenössischen Unterhaltungsabend verknoten? Angestrengt sächselnd zwängt sich Nadja Robiné in den Fahrstuhl nach Peru, also in Heiner Müllers Ausbruchs-Fantasie eines zentraleuropäischen Bürokraten (alias der «Mann im Fahrstuhl»). Es ist das Intro zu diesem Doppelabend von Christian Weise im Weimarer E-Werk,...
Es gibt derzeit kaum ein Stück, das in derart simplen Lehren aufzugehen scheint wie «Macbeth» von Shakespeare. «Blut will Blut», wie es in der verdunkelten Fassung von Heiner Müller (aus dem Jahr 1972) heißt. Oder auch: «Himmel und Hölle haben einen Rachen / Mein Tod wird Euch die Welt nicht besser machen.» Allerorten wird gerade die Öffnung dieses Höllenrachens...
Aalen, Theater der Stadt
16. Macmillan, All das Schöne
R. Jonathan Giele
19. nach Hoffmann, Der goldene Topf
R. Tonio Kleinknecht
Altenburg/Gera
15. Walser, Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel
R. Holk Freytag
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
10. Lund und T. Zaufke, Grimm! Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf
R. Tamara Korbe
Ansbach,...
