Ausstellung: Kleine Auffrischung

Das Polnische Institut Düsseldorf zeigt eine Tadeusz-Kantor-Ausstellung im Kantor-Jahr

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Ein grob gezimmerter riesiger Schrank, in dem Gurte hängen, davor ein Haufen gefüllter Jutesäcke. Dieses Ensemble steht im Zentrum der Düsseldorfer Ausstellung «Der ewige Wanderer – Tadeusz Kantor in Deutschland». Es ist die Rekonstruktion des Bühnenbilds des Spektakels «Der Schrank», das Tadeusz Kantor im Jahre 1966 am Stadttheater Baden-Baden realisierte – zehn Jahre, bevor Kantor mit der «Toten Klasse» international bekannt wurde. Es war die erste und einzige Produktion, die er nicht mit seiner eigenen polnischen Truppe Cricot 2 machte.

Ein Kritiker meinte damals, ein «seit 1920 geläufiges Auffrischungssignal» zu sehen. Albert Schulze Vellinghausen dagegen schrieb in «Theater heute»: «Es ist dem Rezensen­ten nicht möglich, auch nur eine Art von Handlungsablauf beschreibend zu vermitteln. Er hat aber einem so dicht gerüttelten Katarakt gleichnishafter Situationen zugesehen, ja betrachtend beiwohnen können, dass er in völlige Verzauberung geriet.» Verstanden wurde Kantor in Deutschland selten, bestaunt immer.

Das polnische Parlament wählt jedes Jahr eine berühmte polnische Persönlichkeit, der das Jahr gewidmet wird. 2015 hat sich Tadeusz Kantor gegen Karol Wojtyła durchgesetzt ...

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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Gerhard Preußen

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