Kiel: Ein Sommernachtsträumchen
Es ist warm. Träge dreht sich der Ventilator, Ameisen bahnen sich ihren Weg durch die Küche, und Familie Sanchez, Großmutter, Mutter, Tochter, Freund der Tochter, schauen eine Telenovela, bis die Nachbarin die Waschmaschine anwirft und so die Stromspannung überfordert. Das war es dann bis auf Weiteres mit Sentiment, also setzt sich die Familie aufs Sofa und erzählt. Wie der Großvater einmal in einer Gewitternacht ein lang ersehntes Paket bekam. Wie das Paket dann aber vor allem wertlosen Plunder enthielt.
Wie dieser Plunder sich nach der ersten Enttäuschung aber als verzaubert erwies, ein Kugelschreiber, mit dem sich romantische Gedichte verfassen lassen, ein Glas, das nie leer wird, eine Perücke, die Flügel verleiht, und so weiter. Wie die Familie durch die Zauberei reich wurde und unglücklich, und wie der Zauber auch wieder verflog. Und wie die Familie schließlich in ihrem ärmlichen Apartment vor der Telenovela endete.
Roland Schimmelpfennigs «Die Straße der Ameisen» ist ein Märchen, genauer: eine Variante des Grimmschen Märchens vom Fischer und seiner Frau, in dem ein armer Fischer einen wundertätigen Butt fängt, der ihm Wünsche erfüllt, bis seine Frau zu gierig wird: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2018
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Falk Schreiber
Aachen, Grenzlandtheater
19.8. Vögel, Arthur & Claire
R. Anja Junski
25.9. Molière, Der Geizige
R. Catharina Fillers
Aachen, Theater
5.9. Armbruster, Zur Hölle mit den anderen
R. Stefan Herrmann
20.9. Büchner, Lenz
R. Jakob Arnold
Altenburg/Gera, TPT
28.9. Kander und Masteroff, Cabaret
R. Lydia Bunk
Ansbach, Theater Ansbach
8.9. Greger, Mein Freund Kurt
R. Dave Wilcox
22....
Das große gemeinsame «Gastmahl» zum Abschluss des dreitägigen Festivals «Radar Ost» war nichts für empfindsame Mägen. An der eingedeckten Tafel im Rangfoyer des Deutschen Theaters wohnte man erst dem erfolgreichen Versuch des Regieduos Schenk & Cant bei, den dokumentarisch anmutenden Text des ukrainischen Dramatikers Pavlo Arie «The book of tasty and healthy...
Text für Person(en) unklaren Geschlechts und Chor
(Roboter – Obacht: Sie sollten nicht zu intelligent sein, sonst …)
Warmwerden
In der Anlage, dem Block, dem Geschwürhaus, den «Carceri» von Piranesi gehen die Lichter an. Eine oder mehrere Personen in ihren Betten.
Chor Guten Morgen!
Ein bezaubernder Tag in dieser friedlichen Einrichtung beginnt.
Das leise Surren der...
