Rebekka Kricheldorf: Fräulein Agnes

© 2017 Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH Berlin

Theater heute - Logo

Personen


Agnes, zwischen 40 und 45
Fanny, zwischen 45 und 50
Orlando, zwischen 20 und 25
Sascha, zwischen 25 und 30
Annabelle, zwischen 20 und 25
Cordula, zwischen 20 und 25
Adrian, zwischen 45 und 50
Elias, zwischen 20 und 25

Ort

Eine Altbauwohnung


Zeit

Ein Wochenende


Dieses Werk ist eine Auftragsarbeit des Deutschen Theaters Göttingen.




«Mes yeux sont trop blessés; et la cour, et la ville,
Ne m'offrent rien qu'objets à m'échauffer la bile:
J'entre en un humeur noire, en un chagrin profond,
Quand je vois vivre entre eux, les hommes comme ils font;
Je ne trouve, partout, que lâche flatterie,
Qu'injustice, intérêt, trahison, fourberie;
Je n'y puis plus tenir, j'enrage, et mon dessein
Est de rompre en visière à tout le genre humain.»

Molière, «Le Misanthrope»


«Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.»
Ingeborg Bachmann


Freitag


Neunzehn Uhr
Agnes in einem Sitzsack aus den Achtzigern. Fanny, bester Laune, macht sich im Hintergrund ausgehfertig. In einer Ecke liegt Elias und liest.

Agnes Ich habe diese Paare satt. Diese Paare, die sich ständig an einen ranschmeißen, weil sie ihre Zweisamkeit nicht aushalten. Ich habe diese Singles satt. Diese Singles mit ihrem verlogenen Geschwätz von Freiheit. Ich hab ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2017
Rubrik: Stückabdruck, Seite 99
von Rebekka Kricheldorf

Weitere Beiträge
Selbstermächtigung in Serie

Inzwischen läuft die Form verdächtig rund: Man nehme eine marginalisierte Gruppe, sammle dann die negativen Zuschreibungen und einschlägigen Klischees, verbinde das Ganze mit einer Prise persönlichem Soulsearching der beteiligten Schauspieler und Projektmitglieder, füge ein paar beispielhafte Spielsituationen hinzu, wende alles in überlegener Ironie, würze mit...

Regie aus dem Putin-Knast

Die Vorgeschichte

Im Mai 2017 nahm Kirill Serebrennikov am Gogol-Center Proben an Alexander Puschkins «Kleine Tragödien» auf. Dieses Theater hat er selbst gegründet, und in den fünf Jahren von dessen Existenz zum besten Theater Moskaus gemacht.

Im selben Monat wurde seine Privatwohnung von der Polizei durchsucht. Zunächst war der bekannte Regisseur nur als Zeuge...

Köln: Männerfantasien

«Peer Gynt» ist ein selbstreferenzielles System. Ibsen erzählt eine fantastische Geschichte von einem Mann, der fantastische Geschichten erzählt und fantastische Geschichten als real erlebt. Die Illusionsebenen sind vielfältig verschränkt. Alles ist immer ein bisschen «als ob». Stefan Bachmanns Besetzungsentscheidung macht das überdeutlich: alles nur Männer, die...