Auf ein Bier zum Radio hören
Am Anfang kam das Theater ins Radio. Alfred Braun, Rundfunkpionier in den zwanziger Jahren und der erste deutsche Hörspielregisseur, hat die Urszene rückblickend immer wieder gern beschrieben: Wie sein Ensemble buchstäblich mit Pauken und Trompeten durch die Flure und Treppenhäuser im Berliner «Voxhaus» zog, vorbei an den Büros von Agenturen und Anwaltskanzleien. Das Studio der Berliner Funkstunde war unter dem Dach, aber für einige Szenen brauchte Braun mehr Bewegungsfreiheit. Seine erste Inszenierung für die «Sendebühne» war «Wallensteins Lager».
Es gibt keine Aufzeichnung von diesem Hörspiel, aber einige Fotos, auf denen die Schauspieler zu sehen sind: Fahnen schwenkend und von Kopf bis Fuß kostümiert wie für ein Bühnenstück. Für die hauseigene Programmzeitschrift hatte man sich aussagekräftige Bilder gewünscht.
Frei waltet die Vorstellungskraft
Heute zeigen Fotos von Hörspielproduktionen meist Sprecher in Zivil, die, das Manuskript in der Hand, hemdsärmlig um ein paar Mikrofone herumstehen. Die Produkte ihrer Arbeit aber finden immer häufiger den Weg auf die Bühne. Nach Planetarien, Büchereien, Kirchen, Kneipen und Clubs wurde das Theater als Spielort für Radiokunst ...
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