Der menschliche Verschleiß
Alles Große am neuen, zweiten Band der nachlässig dahingeplapperten autobiografischen Lebenssaga des Peter Zadek, mit dem wir den achtzigsten Geburtstag im Mai begehen werden, ist eigentlich völlig unerträglich. Das dürfte einem Künstler von Zadeks Format gefallen, schon weil es seinen gottgleichen Status festigt. Die Götter haben ihre Menschenkinder immer bestraft und belohnt zugleich, in einer wüsten, völlig undurchschaubaren und unberechenbaren Mischung aus Liebe und Hass.
Sie waren nie jenseits von Gut und Böse, sie waren gut und böse in besonders wüster, archaischer und gewalttätiger Ausfertigung. So auch der Herr Z. mit seiner zu großer Kunst gesteigerten Verantwortungslosigkeit und seiner Strategie der zum Genialischen geheiligten Verwahrlosung. Alles höchst zeitgebunden: Ohne es wirklich zu wollen, liefert das Buch fantastisches Material für die Entmystifizierung der westdeutschen siebziger Jahre, neben der Deutsche-als-Kriegsopfer-Debatte eines unserer aktuellen Modeprojekte. Aber auch ein wenig Re-Mystifizierung bietet sich an.
Es nervt der Aufmarsch der Weggefährten, denen in namentlich gekennzeichneten Absätzen je ein braves Anstandswauwau nachgebellt werden muss und zu ...
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Um «Rosemaries Baby» inszenieren zu wollen, ist es nicht nötig, sich den Film anzuschauen, vielleicht ist es sogar schädlich. Statt Polanski haben Harriet Maria und Peter Meining mit ihrem Team gemeinsam Michael Hanekes Film «Caché» geguckt. Bei Übereinstimmungen zwischen der Teufelei in New York und einer intellektuellen Pariser Kultur-Bohème, die sich plötzlich...
Es gibt von Blinden, Toten und Herzlosen zu berichten. Von Kitsch und Kunst und einem Off-Space dazwischen. Von Spanien, England und der Schweiz. Und vor allem andern: von der Liebe. Irm Hermann und Robert Hunger-Bühler lieben sich zum Beispiel. Wer hätte das gedacht! Sie lieben sich mit einer derart von innen heraus leuchtenden Altersheiterkeit, dass einem beim...
