Die Entwicklungshelferin
Unser Leben wird in ein Vakuum gesaugt», stellt Idil Baydar auf der Bühne des Hamburger Schauspielhauses fest und lümmelt sich in einem samtroten Plüschthron zurecht. «Das entsteht», analysiert sie sich gedankenscharf durch Elfriede Jelineks jüngsten Text «Am Königsweg», «wenn für uns nichts mehr übrig und alles auf der anderen Seite ist, wo feiste Ärsche die Wippe beschweren.
» Irgendwann steht sie auf, geht zur Rampe, öffnet unterwegs den Reißverschluss ihrer goldglänzenden Pailletten-Trainingsjacke, um die darunter befindliche T-Shirt-Botschaft «cute but psycho» angemessen in Szene zu setzen – und verwandelt sich in Jilet Ayse.
Deutschlands Integrationsalptraum Nummer eins
«Na, nicht schlecht für einen Kanaken, was?», strahlt sie in postperformativer Begeisterung über die eigene «Hochkultur»-Darbietung ins Parkett und stellt sich anschließend als «Deutschlands Integrationsalptraum Nummer eins» vor. Jilet Ayse – das ist die stolz bekennende Bildungsverweigerin im Jogginganzug, die zwar normalerweise eher auf YouTube und auf Comedy-Bühnen als an Theater-Rampen, in jedem Fall aber in kunstvoll defizitärer Schrumpfsprache verkündet, wie wenig sie von Gymnasien, von Feminismus und ...
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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Akteure, Seite 24
von Christine Wahl
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Jo Fabian Ja, immerzu. Ich will niemanden ausschließen. Als Schauspieldirektor muss ich – anders als als Privatperson – dafür sorgen, dass das Theater seine Pforten für alle potenziellen Zuschauer offen hält...
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