Ringen ums Verstehen
Die perfekte Woche: Kreta, zwei befreundete Paare, ein Minigolfturnier. Zwar ist die kompetitive Wirtschaft nicht ganz ausgeschaltet, und wer das Turnier verliert, muss den anderen das Hotel bezahlen. Aber «seit einem Jahr keine Pause, da muss man sich nicht schämen», nicht einmal als Schweizer. Zumal das pausenlose Jahr offenbar auch einigermaßen ereignislos verlief: «Hin und wieder Sushi, mehr Erregung war nicht.» Urlaub auf der Trauminsel – damit war nicht unbedingt zu rechnen in einem Drama, in dem es um die Flugzeugkatastrophe von Überlingen geht.
In Überlingen am Bodensee stießen im Juli 2002 ein DHL-Frachtflieger und eine russische Passagiermaschine zusammen, eine Katastrophe, bei der 71 Menschen umkamen. Darunter eine Frau und zwei Kinder aus Nordossetien. Zwei Jahre später erstach der Ehemann und Vater den zuständigen Fluglotsen vor seiner Zürcher Haustür – eine brisante Geschichte, in der modernste Technologie und die uralte Erzählung von Schuld und Sühne aufs Heftigste zusammenschlingern.
An der Katastrophe war noch ein drittes Flugzeug beteiligt, eine verspätete Chartermaschine aus Kreta, die den Lotsen fatale Aufmerksamkeitssekunden lang in Anspruch nahm. Lukas ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eigentlich ist sie eine Penthesilea, Jana Schulz, diese merkwürdigste Schauspielerin im wenig merkwürdigen Schirmer-Ensemble, so bockig, unkokett und unbeirrbar. Doch jetzt spielt sie das Käthchen, das Kleist einmal die in der Hingabe ebenso starke Kehrseite der Amazonenkönigin genannt hat, und das ist Roger Vontobels Glück, lässt ihre sperrige Präsenz doch...
Nun also San Pancrazio statt Turin. Peter Steins mit Spannung erwartete, im April plötzlich gekippte, millionenschwere Prestigeproduktion des renommierten Teatro Stabile di Torino auf vier Abende für jeweils 96 Zuschauer gestutzt. Die bösen Geister des vorrevolutionären Russland auf der Probebühne eines Landes, in dem die Politik seit langem nur noch Farce ist. Die...
Mein Gesicht fühlt sich total unecht an. Grässlich. Die Anderen mimen und chargieren, dass es mich graust. Das wird nie was. Zwanzig Stuttgarter Bürger und Bürgerinnen auf großer Bühne. Das wurde was. Die Inszenierung «Faust 21» am Schauspielhaus Stuttgart mit neun Schauspielern und uns, dem Stuttgarter Bürgerchor, lief vom Februar 2006 bis zum April 2007,...
