Geschichte wiederholt sich doch
des dichters dichtung ist abbildung und revision des verfahrens leben zugleich.» Diese Beschreibung des dichterischen Verfahrens von Fritz Kater wird hier von ihm in einem «buch» angewandt, das sich aus fünf Büchern zusammensetzt und über die Bestandteile des Lebens erzählt, wie die Heimsuchung durch Sorge und Krankheit, den Unterschied zwischen Utopie und Fantasie und den Zusammenhang von Liebe und Tod.
Die fünf unterschiedlichen, lose verbundenen Teile sind dennoch nur scheinbar heterogene Elemente und greifen zumindest in einigen Passagen auf Themen und Motive früherer Werke Fritz Katers zurück. In seinen Theatertexten gibt es immer Figuren, die zu leben versuchen und sich dabei vor allem selbst im Wege stehen; die auf Umwegen oder Abwegen gelandet sind und dennoch eine unglaubliche Vitalität behaupten, selbst im Sterben. Sie ecken an, meist nicht aus ideologischer Ablehnung oder politischem Wollen heraus, sondern weil ihnen die Wände zu eng sind, um darin ihr Leben zu verbringen.
Ein solcher Charakter ist Ernst, Wissenschaftler und Spion. Der Prolog zeigt ihn im Diskurs mit anderen Wissenschafts-Experten, in «münchen oder arizona», in einer Welt der Vergangenheit, die zwischen ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 184
von Carmen Wolfram
§4 vom gefühlsstau
fernfahrer es spürt der körper die geschwindigkeit, es spürt der körper die geschwindigkeit, es spürt der körper die geschwindigkeit, erst wenn sie nicht mehr ist. hält auch der
wagen an, der körper will noch weiter fahren. der körper will nach hause fahrn zu frau und kind, weil träg eine beharrlichkeit da in dem körper wohnt, wenn er erstmal in...
Liebe Freunde der zeitgenössischen Dramatik,
erlauben Sie mir, dass ich wie jeder hilflose Redner, der seine Zuhörer später mit ein paar ernsten Thesen langweilen muss, mit einem Witz beginne. Eine Mutter fragt ihren kleinen Sohn, was er sich zum Geburtstag wünscht. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: «Ich hätte gerne ein o.b.!» Die Mutter sieht den...
Das ideale Theater hat in meinem Traum folgenden Spielplan:
«Othello» – Regie Peter Zadek, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 1976
«Gänge» – Choreografie William Forsythe, Frankfurt 1983
«La tragédie de Carmen» – Regie Peter Brook, Théâtre des Bouffes du Nord 1983
«Die Macht der theaterlichen Torheiten» – Regie Jan Fabre, Troubleyn Theater Amsterdam 1984
«Küsse Bisse...
