Soll doch der Wind erzählen

Die Berliner Schule, der deutsche Film und sein Misstrauen gegen das gesprochene Wort

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Das gängigste Vorurteil über französische Filme lautet: Dort wird immer so viel geredet. Diese Einschätzung hält der filmhistorischen Gesamtbetrachtung nicht unbedingt stand, aber wer die Filme von Eric Rohmer, Jacques Doillon oder Jacques Rivette als «typisch französisch» empfin­det, muss zugestehen, dass es bei aller Unterschiedlichkeit der Regisseure doch diesen gemeinsamen Zug gibt: Die Figuren in ihren Filmen reden sich um Kopf und Kragen.

Und sie tun das nicht in Form des sportlich-amüsanten Austauschs von Spritzigkeiten, das die guten amerikanischen Komödien auszeichnet, sondern in eher langen, eher deklamatorischen Erörterungen. Ein großer Teil des breiten Kinopublikums empfindet das als «theatralisch» und drückt damit auch ein gewisses Ressentiment aus. Aber auch ausgesprochene Verehrer von Rohmer oder Rivet­te geben zu: Die Geschwätzigkeit hat etwas Enervierendes.

Der deutsche Film der letzten Jahre dagegen zeichnet sich dadurch aus, dass in ihm oft und bedeutungsvoll geschwiegen wird. Die Rede ist selbstverständlich nicht von Erfolgskomödien von Bully Herbig oder Otto, sondern vom deutschen Autorenfilm der Gegenwart, und dabei insbesondere von jenen Werken, die unter dem ...

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Theater heute April 2007
Rubrik: Medien/TV, Seite 62
von Barbara Schweizerhof

Vergriffen
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