Hermann Sinsheimer, «Shylock und andere Schriften zu jüdischen Themen.» Herausgegeben von Deborah Vietor-Engländer und Jonathan Skolnik. Werke. Band 2. Quintus Verlag (Imprint des Verlages für Berlin-Brandenburg). Berlin 2017. 472 Seiten. 25 Euro.

Wege ins Freie

Hermann Sinsheimers Shylock-Studien

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Als zweiter Band der Werkausgabe Hermann Sinsheimers, die mit der erstmals vollständig übersetzten Fassung seiner im Londoner Exil geschriebenen Autobiografie «Gelebt im Paradies» begonnen worden ist, liegt nun «Shylock und andere Schriften zu jüdischen Themen» vor.

Hermann Sinsheimer, der 1931/32 mit dem Wechsel von München nach Berlin den Gipfel seiner journalistischen Karriere erreicht hatte, schätzte zunächst die Folgen der Machtübernahme Hitlers nicht richtig ein und wurde wie so viele assimilierte jüdische Bürger erst durch die Nürnberger Gesetze «ein verfolgter und zur Austreibung reifer Jude».

Erst als er auf sein Judentum verwiesen wurde und es ihm neue Heimat werden musste, beschäftigte er sich intensiver mit jüdischem Schrifttum und suchte hier, sich an Motive von Schnitzlers Roman «Der Weg ins Freie» anlehnend, mögliche «Wege ins Freie». In jüdischen Zeitschriften konnte er Theaterkritiken über Aufführungen des jüdischen Kulturbunds, Studien über jüdische Propheten, über jüdische Legenden und über Juden in der dramatischen Weltliteratur veröffentlichen.

So setzte er sich schließlich 1937 mit der Figur des Shylock auseinander, der für ihn, wie Deborah Vietor-Engländer ...

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Theater heute November 2017
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Klaus Völker

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