Funktionieren aus Prinzip
So ein Haus am See wirkt sehr entspannend: Durchs riesige Panoramafenster weitet sich der Blick auf Blau und Grün, Wasser und Wald. Eine selige, blutdrucksenkende Ruhe breitet sich aus. Innen nur weiter Raum und helles Holz, minimalistische Sauna-Moderne. Noch vor ein paar Jahrzehnten hätte man sich bei diesem Anblick unsterblich angeödet und die abgelegene Ecke weit ab jeder metropolen Zerstreuung, die Tobias Schunk auf die Bühne des Mannheimer Schauspielhauses gebaut hat, als ziemlich trostlos empfunden.
Aber seit der westliche Spätkapitalismus noch ein bisschen stärker aufs Gaspedal gedrückt hat, seit mobile Dauerreichbarkeit und 24-Stunden-Verfügbarkeit tägliche Selbstverständlichkeit geworden sind, markiert landschaftliche Langeweile den allerhöchsten Luxusstandard.
Der Hausherr hat sich die Ruhe verdient. «Normen», so heißt der junge Unternehmer nach einer Laune seiner Eltern (und seines Autors), hat innerhalb weniger Jahre ein kleines Textilimperium aufgebaut mit vielen Millionen Jahresumsatz. Zugegeben, seine Angestellten können vom Mindestlohn nur träumen, und die Produktion in Bangladesch ist auch nicht über jeden Zweifel erhaben, aber Arbeitslosigkeit wäre für seine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 34
von Franz Wille
Zwölf Tage Theater, Podiumsdiskussionen und Kolloquien, Konzerte im kalten hannoverschen Nieselregen und ein Catering-Zelt im Festivalzentrum, das mitten im Hochsommer Punsch im Angebot hatte. Das waren die Theaterformen, das kleine, feine, niedersächsische Theaterfestival, das im jährlichen Wechsel mal in Hannover, mal in Braunschweig stattfindet.
Anja Dirks, die...
Heute Bengaluru, vor fünf Jahren hieß es noch Bangalore, im 12. Jahrhundert Benda Kaaluru. Benda Kaalu waren «Baked Beans», die einer Legende nach eine alte Frau dem König Veera Ballala anbot, als er beim Jagen im Wald verlorenging. Aus Dankbarkeit erbaute er an dieser Stelle: Bendakaulluru.
Es ist eines dieser merkwürdigen, indische Zeitbrüche integrierenden...
Nein, das ist nicht Frank Castorf, der da vor dem Bayreuther Festspielhaus steht.
Er hat noch drinnen zu tun – mit Wagners «Ring des Nibelungen»
Diese vier Herrschaften haben eine Menge Spaß mit ihren schaumstoffgeborenen Gestalten: Das Helmi, bestens amüsiert
Die Redaktion freut sich auf den Sommer und hat schon mal einen Bürostuhl am Gardasee geparkt. Aber ab...
