Intendantenwechsel: Gekreuzte Briefe
Die letzte Berliner Premiere vor der Sommerpause war ein öffentliches Briefduell. Eröffnet von Mitarbeitern der Berliner Volksbühne, die einmal mehr ihrem Misstrauen gegenüber Castorf-Nachfolger Chris Dercon mit schwankhaften Falschmeldungen Ausdruck gaben, gekontert von Dercons illustren Museumskollegen mit einer englischsprachigen Epistel, die klang wie von einem Londoner Anwaltsbüro aufgesetzt.
Den Spielverderber im lustigen Briefe-Kreuzen gab die Berliner Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, die plötzlich mit sachlichen Klarstellungen eingriff: «Die auf der Titelseite der ‹Berliner Zeitung› aufgestellte Behauptung, bei der Volksbühne sei mit bis zu 50 Entlassungen zu rechnen, ist frei erfunden. Richtig ist hingegen die Zahl von eher 10 Prozent der Beschäftigten. Es werden derzeit 20 bis 25 Nichtverlängerungsverfahren durchgeführt, die die Kulturverwaltung auf Nachfrage des Parlaments und in Rücksprache mit der zukünftigen Intendanz bekannt gegeben hat. Diese Größenordnung ist für einen Intendantenwechsel üblich. Diese Falschinformation reiht sich in eine Vielzahl anderer unzutreffender Behauptungen, die im Zusammenhang mit dem Intendantenwechsel in den Medien ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Red.
«Meide die Popkultur», riet der Lieder- und Theatermacher PeterLicht einst, «die Popkultur ist nicht gut für uns.» Und der Sänger hatte Recht: Die Popkultur ist eine Fabrik, die Talente einsaugt und Wracks ausspuckt. Zumindest beschreibt Joey Goebel den Komplex in seinem Roman «Torture the Artist» (auf Deutsch 2005 als «Vincent» erschienen) so: Der Held wird als...
Gut möglich, dass die letzten von Intendant Markus Hinterhäuser verantworteten Wiener Festwochen auch die letzten ihrer Art waren. Unter Hinterhäusers Nachfolger Tomas Zierhofer-Kin dürfte das Festival einen etwas anderen Charakter bekommen. Dieser will neue Präsentationsformen, mehr Popmusik und Diskurs anbieten und damit ein breiteres Publikum ansprechen. Die...
Die russische Seele ist ein schwarzes Loch. Und zwar eines ohne Boden. Ob Wodka, Rubel oder Moral – alles versickert auf Nimmerwiedersehen. In Stuttgart sind es genau genommen gleich zwei schwarze Löcher, gebildet von den Augenhöhlen eines riesigen Schädels, der in der Bühnenmitte thront. Dieser Schädel, militärisch behelmt und mit Schutzbrille, ist Spielort und...
