Spiel mit dem Feuer

Emilio García Wehbi: «Das Brennende Haus»

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Die einzige Kirche, die erleuchtet ist, ist eine, die brennt.»
Dieses Stück ist eine Zumutung. Es beginnt mit einer elend langen Hasstirade, dem Monolog einer alternden Frau, bestehend aus ankla­gen­den Hauptsätzen voller Ob­szönitäten. Es steigert sich zu einer Aufzählung von Psychopharmaka, die in alphabetischer Reihenfolge ausgespuckt werden. Ein präpubertärer Mädchenchor soll schließlich dazu singen.

Einen ersten Höhepunkt erreicht der sprachliche Wuterguss mit dem Auftritt eines nackten Mannes, dem die Regieanweisung verordnet: «Er läuft mit einem großen Minotauruskopf nackt über die Bühne und rezitiert Verse aus ‹Faust›.»
Das Stück bedient sich der Motive aus Federi­co García Lorcas Familiendrama «Bernarda Albas Haus» von 1936, in dem Religion als Unterdrückungsinstanz gezeigt wird, das eigene Haus als Gefängnis fungiert und Ort der phallokratischen Unterwerfung der Frau ist. Lorca durchleuchtet die Familie als geschlossenen Hort eines «Mikrofaschismus».
Emilio García Wehbi richtet in seinem Stück den Fokus ebenfalls auf die Unterdrückungsstrukturen der männlich dominierten Gesellschaft, die auch heute noch in vielen Ländern der Erde den weiblichen Körper als Gei­sel nimmt. ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 195
von Iris Laufenberg

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