"Die Liebe killt mich noch"
Besser hätte das Jahr kaum anfangen können. Anfang Februar wurde Birgit Minichmayr mit Martin Kusejs Wiener Inszenierung «Der Weibsteufel» zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Mitte des Monats bekam sie ihren ersten Filmpreis, als die Berlinale-Jury sie für ihre Rolle der Gitti in Maren Ades Beziehungsdrama «Alle anderen» mit dem Silbernen Bären auszeichnete. Ein paar Tage später sang sie mit «Tote Hosen»-Frontmann Campino im Duett vor 16.
000 Zuschauern bei der Echo-Verleihung in Berlin den Song «Auflösen», eine romantische gegenseitige Punkrockstarliebeserklärung in einem Meer aus Kerzen. Und im März avancierte die Wolf-Haas-Verfilmung «Der Knochenmann», in der Minichmayr eine Gastwirtsschwiegertochter spielt, in Deutschland zum Kinoerfolg und in Österreich zum Kassenschlager.
Eigentlich ist also alles super. Und doch auch wieder nicht. Wenn es nämlich etwas gibt, was die 32-Jährige anstrengt und nervt, dann sind es die Selbstdarstellungsgespräche mit den Medien, von denen es in letzter Zeit reichlich viele gab. Nach einer halben Stunde höflichen Fragenbeantwortens muss sie dann doch mal klarstellen: «Als Schauspielerin bist du permanent aufgefordert, laut über deinen Beruf zu ...
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Michael Merschmeier Die Kinder-Frage zuerst: Was war die erste Aufführung, an die Sie sich heute noch erinnern?
Jürgen Schitthelm Das kann ich Ihnen ganz genau sagen. Ich bin ja im Ostteil Berlins
aufgewachsen. 1951 haben wir mit der Klasse im staatlichen «Theater der Freundschaft»
ein Stück gesehen – fragen Sie mich nicht nach dem Autor –, das «Schneeball» hieß....
1. Im Februar, als alles vorbei war, die zehn Aufführungen nominiert und publik gemacht, fuhr ich, schon für meine zweite Jury-Periode, nach Graz zum «König Lear» von Peter Konwitschny mit Udo Samel. Es kam, wie es kommen musste: Im Foyer lief ich dem Kollegen St. über den Weg, der an der Auswahl in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», wie in den letzten Jahren,...
Es gibt diese Saison zwei viel diskutierte Produktionen zu historisch-politischen Komplexen, von denen eine zum Theatertreffen eingeladen wurde, die andere nicht. Während Volker Löschs trivial-demagogische Umarbeitung von Peter Weiss’ «Marat/Sade»-Stück («Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?») mit der Einladung die Ehre erhielt, «bemerkenswert» genannt...
