Außer Kontrolle
Anfang dieses Jahres sorgte der erneute Fall einer dubiosen Kunstsammlung für Aufregung in der bundesdeutschen Medienlandschaft. Auch wenn der normale Leser mit dem Haufen Papier, eingebunden in 34 altmodische Foliobände, wenig anzufangen wusste – die Fachwelt in Literaturarchiven, Theatersammlungen und Bibliotheken war bei Nennung des Namens hellhörig geworden: August Wilhelm Iffland.
Im Katalog für die vom 23. bis 25.
Januar in Ludwigsburg stattfindende «Antiquaria», eine Verkaufsmesse für seltene Bücher, Autografen und Bildwerke, war im Angebot eines österreichischen Antiquariats das bislang als verschollen geltende Korrespondenz-Archiv Ifflands aufgetaucht. Aufmerksame Leser schlugen daraufhin Alarm. Die Berliner Senatskulturverwaltung reagierte und erhob mit dem Argument, dass es sich um «ein Kulturgut von nationalem Rang» handele, Einspruch gegen einen Verkauf und verlangte die Sicherungsverwahrung bis auf Weiteres. Berlin sah sich zu dieser ungewöhnlichen Aktion berechtigt, da es hier um eine Materialsammlung gehe, an der ein öffentliches Interesse seitens der Stadt bestehe.
Schauspieler, Modeschriftsteller, Nationaltheater-Begründer
August Wilhelm Iffland, Zeitgenosse ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 50
von Ruth Freydank
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