Der Anfang vom Ende
Die ganz großen Themen sind weg (so zumindest das Titelstatement der letztjährigen Pollesch-Folge an den Münchner Kammerspielen), aber es gibt immer noch viel zu besprechen, und selbst die alten Menschheitsfragen nach Erlösung, Liebe und warum wir um Himmels Willen alle ewig so weitermachen wollen, haben sich im postmodernen Faschingskostüm durch die Hintertür wieder eingeschlichen. Vier Cowboys im Glitzer-Fummel (Kostüme: Nina von Mechow) sind bei «Gasoline Bill» zum Theorie-Rodeo angetreten.
Neben Katja Bürkle und Benny Claessens sind mit Kristof Van Boven und Sandra Hüller zwei Pollesch-Neueinsteiger dabei, die sich mit souveräner Nonchalance zwischen den einschlägigen Aggregatszuständen Understatement und Hysterie bewegen und beweisen, dass das bewährte Diskurs-Slang-Format allen Mahnungen zum Trotz noch lange nicht totgeritten ist.
Bert Neumann hat Bühne und Proszeniumslogen der Kammerspiele mit gleißendem Lametta verhängt und hinter dieser verheißungsvollen Verhüllung einen drehbaren Sperrholzverschlag ohne Rückwand, also so etwas ähnliches wie ein Theater auf dem Theater, platziert. Vorn lockt die Aufschrift «LAST CHANCE» über einer einladenden Saloonschwingtür, während ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Silvia Stammen
P { margin-bottom: 0.21cm; }Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 55. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber: Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion: Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit: Marion Schamuthe
Gestaltung: Christian Henjes
Designkonzept: Ludwig Wendt Art Direction
Re...
Als wir zum Herbstanfang mit dem Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz und der Konzeptförderungsgutachterin Stefanie Wenner sprachen (vgl. TH 11/13), sah die Lage der Berliner Theaterszenen gar nicht mal unrosig aus: ein beschlossener Zuwachs des Berliner Kulturhaushalts um 4,3 Prozent in den kommenden beiden Jahren, 12,5 Millionen Euro «Investitionsgelder»...
Noch einen Tag vor der Premiere machte das Gerücht die Runde, man habe sich bei Leander Haußmanns «Hamlet» auf viereinhalb Stunden Dauer einzustellen. Dreieinhalb waren es dann am Premierenabend tatsächlich. Welcher 60-Minuten-Block ließ sich wohl so folgenlos kurzfristig entfernen?
Gut möglich, dass es «Die Mausefalle» war, das Stück im Stück, das Hamlet...
