Eine böse Überraschung
Es war ein Schachzug von Erhard Friedrich, mit dem zusammen ich 1960 «Theater heute» gegründet hatte. Davon, dass Siegfried Melchinger Anfang 1963 Mitherausgeber der Zeitschrift wurde, versprach sich der Verleger Friedrich mehr Leser aus dem Bildungsbürgertum und damit einen Zuwachs an seriösem Ansehen für die Zeitschrift. Und vielleicht auch ein Gegengewicht zu meiner redaktionellen Dominanz.
Melchinger, zwanzig Jahre älter als Erhard und ich, hatte das Feuilleton der «Stuttgarter Zeitung» zum angesehensten in Theater-Kreisen gemacht und ein halbdutzend Bücher zu dem von ihm lancierten Begriff «Modernes Welttheater» verfasst.
Während der neun Jahre seiner Mitherausgeberschaft publizierte er Bücher über «Schauspieler», zumeist vorher in «Theater heute» gedruckte Porträts von Gründgens bis Messemer, von Elisabeth Bergner bis Joana Maria Gorvin, weitere über Tschechow, Hochhuth, Aischylos, Sophokles, die beiden letzten der Beginn seiner in den Siebzigern mit drei dicken Bänden abgeschlossenen Beschäftigung mit dem antiken griechischen Theater. Ich lud ihn 1962 zur Mitherausgeberschaft bei einem dicken Dramen- und Theaterführer im Westermann-Verlag mit dem Titel «Welttheater» ein. ...
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Am ersten Morgen in Peking steht auf Seite eins der englischsprachigen Zeitung «China Today», dass die Volksrepublik in fünf Jahren die USA auf Platz eins der Wirtschaftsmächte ablösen wird. Möglicherweise, erwägt der Kommentator lässig, auch schon zwei oder drei Jahre früher. Selbstbewusste Einschätzung, sportliche Ansagen: So habe ich mir das neue China...
Es ist eine wunderbare Ergänzung zu Alexander Granachs zu Herzen gehender, mit nichts beschönigender, unsentimentaler Verve erzählten Autobiografie «Da geht ein Mensch»: der Band mit Briefen, die Granach von 1934 bis 1945 aus Polen, der Ukraine, der Sowjetunion und den USA an seine in der Schweiz gebliebene langjährige Gefährtin und Geliebte Lotte Lieven...
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