Fragen des (Un)Wohlseins
Prächtige barocke Giebelhäuser, die in ihren Bogengängen teure Läden beherbergen und ganzjährig Weihnachtsmarktatmosphäre ausstrahlen, Schwärme von Radfahrern auf mittelalterlichem Kopfsteinpflaster, junge Menschen, sogar zahlreiche Kinder, die sich im Sommer auf den grünen Stadtringen tummeln. So viel heitere und heile Welt findet man selten. Die Kriterien, die dazu geführt haben, dass Münster in einem weltweiten Wettbewerb um Lebensqualität im Jahre 2004 zu der lebenswertesten Stadt der Welt gewählt wurde, lassen sich unschwer erahnen.
Dass das Schauspiel der Stadt jedoch nicht dazu gehörte, ist mal sicher. Denn auch wenn sich Münster mit seinen fast 300.000 Einwohnern (davon 50.000 Studierende) in mancherlei Hinsicht als kleine westfälische Metropole fühlen kann, haben sich die städtischen Bühnen in den vergangenen Jahren ziemlich provinziell gezeigt. Vom letzten Generalintendanten, Wolfgang Quetes, hörte man nur wenig, die überregionale Presse fand ebenso selten den Weg ins Schauspiel wie meine inzwischen im Münsteraner Bildungsbürgertum angekommenen ehemaligen Kommilitonen. Wollte man Theater auf Großstadtniveau sehen, fuhr man ins Ruhrgebiet oder ließ sich in der Freien ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Start: Münster, Seite 30
von Natalie Bloch
Was, um Himmels Willen, hat «Der seidene Schuh» in einem Theater wie dem Schauspielhaus Wien verloren? Wie, in Gottes Namen, konnte Claudels fast 90 Jahre alte Jungfer von einem Stück die Wiener Bastion der Gegenwartsdramatik erobern?
Schauspielhausdirektor Andreas Beck erklärt die überraschende Stückwahl mit einer Anekdote: Bei den ersten Gesprächen zur...
Sofia liegt nicht am Weg. Wer sich dessen wirklich bewusst werden will, steigt in Wien in den Zug. In etwas über 30 Stunden ist man am äußeren europäischen Rand. Zwischen Budapest und Bukarest hat man eine Nacht im ungarischen Speisewagen verbracht, wo zu magenzersetzendem Filterkaffee gegen alle EU-Gesetze geraucht wurde, dass die schmutzigen Scheiben beschlugen;...
Franz Wille Als ich Claudia Nola, die Leiterin der Presseabteilung am Gorki Theater, nach einem Gesprächstermin mit Ihnen gebeten habe, meinte sie, ja, kein Problem, aber nur mit Armin Petras.
Armin Petras Klar, Gespräch jederzeit gerne. Aber hier sitzt nicht Fritz Kater, sondern Armin Petras.
FW Stehen Sie mit Fritz Kater in engerem Kontakt?
Petras Ja, doch.
FW...
