Eine Frage des Taktes
Was eigentlich ist geschehen in diesem Sommer 2015? Und was geschieht seitdem? Die Welt rückt uns, die wir so geschützt im Herzen Europas liegen, näher. Die katastrophalen Zustände in Syrien, im Kongo, im Kosovo oder an vielen anderen Stellen der Welt führen dazu, dass Menschen ihre Heimat hinter sich lassen und zu uns kommen. Die Welt klopft persönlich bei uns an.
Diese Menschen haben unterschiedliche, zum Teil erstaunliche Dinge ausgelöst. Der Sommer 2015 stand im Licht eines freundlichen, so nicht zu erwartenden Willkommens.
Auch wenn es nicht alle wahrhaben wollen, es gibt diese vorbehaltlose Aufnahmebereitschaft bis heute. Es gibt auch Pegida, und vermutlich hat der Münchner Soziologe Armin Nassehi Recht, wenn er es als Komplementärreaktion mit den Anschlägen auf Flüchtlingsheime in Zusammenhang bringt. Trotzdem war und ist diese zivile, helfende, pragmatische Aufnahmebereitschaft zunächst einfach sehr schön.
Die Kanzlerin hat sich als eine Politikerin gezeigt, die sich hinter ausgeprägtem Machtinstinkt und scheinbarer Dickhäutigkeit auch eine ungebrochene Humanität und erstaunliches Gespür für den richtigen Moment erhalten hat. Ein paar Wochen später hätte der berühmte Satz ...
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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Peter Michalzik
Zu Beginn der 1950er Jahre hatte der Zweite Weltkrieg Migrationswellen aus Osteuropa und der UdSSR in Richtung Deutschland gespült. Sie waren im gerade erwachenden Wirtschaftswunderland alles andere als gerne gesehen. Wer Flüchtling war, wurde ausgegrenzt. In einer immer schon migrantisch geprägten Weltmetropole wie New York hätte das, als zur gleichen Zeit durch...
Vorab eine Warnung oder auch Entwarnung: Daniel Kehlmann fehlt im Register dieses Buches und mit ihm alle neueren Kombattanten und Kombattantinnen der immergrünen Werktreue-Debatte rund um die Grenzen (und Entgrenzungen) der Regie-Allmacht. Also alle von Peter Stein und Andrea Breth bis, sagen wir, Joachim Lottmann.
Überhaupt widmet sich Jens Roselt in seiner...
Der Blick geht in Richtung Schnürboden, da oben schwebt etwas. Ein Engel? Oder doch nur das Ozonloch? Wir schreiben das Jahr 1986, die westliche Welt bewegt sich zwischen Milleniumsangst und radikaler Selbstvergewisserung. Kalter Krieg, konservativer Backlash, Umweltzerstörung schaffen eine fiebrige Atmosphäre, in der der Ausbruch der Aids-Epidemie wie ein Fanal...
