«Ich bin nicht Jesus»
Wolfgang Kralicek Als der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig im Mai vergangenen Jahres bei Ihrer Kollegin Veronica Kaup-Hasler anrief und sie fragte, ob sie Kulturstadträtin werden möchte, gab er ihr vier Stunden Bedenkzeit. Eine von Kaup-Haslers ersten Amtshandlungen war dann, Sie anzurufen und zu fragen, ob Sie Intendant der Wiener Festwochen werden möchten. Wie viel Zeit hatten Sie, um sich zu entscheiden?
Christophe Slagmuylder Schon etwas mehr als vier Stunden. Es gab auch Treffen und Gespräche in Wien, bevor ich zugesagt habe.
WK Zuvor mussten ja erst einmal mindestens zwei Probleme gelöst werden: Sie waren noch Intendant des Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, und Sie waren designierter Leiter von Theater der Welt 2020 in Düsseldorf. Wie sind Sie da rausgekommen?
Slagmuylder Beim Kunsten hatte ich bereits angekündigt, dass ich 2019 gehen würde. Das war also kein großes Problem, der Wechsel war ja schon im Gang. Außerdem war das Programm für 2019 schon recht weit gediehen. Bei Theater der Welt war es komplizierter, das Engagement war ja schon öffentlich gemacht worden. Deshalb waren sie in Düsseldorf «not amused», kann man sagen – was ich auch verstehe. Aber letztlich haben ...
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Theater heute April 2019
Rubrik: Gespräch, Seite 38
von Wolfgang Kralicek
«Bara» heißt im ivorischen Französisch einerseits «Arbeit», andererseits «Sex». Zumindest erklärt Franck Edmond Yao diese Doppelbedeutung in «Nana ou est-ce que tu connais le bara?», der Koproduktion von Monika Gintersdorfers europäisch-afrikanischer Performance-Gruppe La Fleur mit der Pariser Bühne MC93 (Maison de la Culture de Seine-Saint-Denis) und dem Theater...
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2...
Im Anfang war das Wort, und das Wort war beim Lied. Aber da blieb es nicht lange kleben, sondern flutschte weg, verwandelte sich, wurde wieder Melodie, eine andere Melodie, Theatermelodie, Sprachmelodiesprechwerk. So fließt oder besser flowt es in Wolfram Hölls neuem Text «Disko», der sich im Anhang ausdrücklich bei Größen des Elektro- und Plastikpop bedankt: bei...
