Lieber konkret
Mit Chören kennt Rita Thiele sich aus, seit sie mit Einar Schleef gearbeitet hat. Und war die Mobilisierung der Kölner Öffentlichkeit nicht auch eine, wenngleich ungeordnete, Massen-Choreografie? Das Bürgerbegehren, an dessen Spitze sich das Schauspielhaus unter der Intendantin Karin Beier stellte, um den Abriss des Riphahn-Gebäudes am Offenbachplatz – trotz bereits verabschiedeter Neubaupläne – noch zu verhindern, war eine von zwei Aktionen, mit der das Theater in der Stadt Position bezog.
Das zweite Ereignis: der Archiv-Einsturz in der Südstadt im März 2009 – eineinhalb Jahre später produktiv gemacht durch Elfriede Jelineks Text «Ein Sturz», mit dessen Uraufführung Beier ihre Saison spektakulär eröffnete. Die Trilogie «Das Werk/Im Bus/ Ein Sturz» über von Menschen verursachte Natur-Katastrophen enthielt natürlich auch eine Chor-Passage.
Man darf spekulieren, welchen Einfluss die Dramaturgin Rita Thiele auf diese starke Setzung und formale Zäsur hatte mit Goethes & Schuberts «Gesang der Geister über den Wassern», vorgetragen von einer schmucken halben Hundertschaft Marschkörper-Choristen. Für Karin Beier jedenfalls bedeutet der elementare Einschub ein Novum. So wie überhaupt die ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Köln bleibt Köln!, Seite 128
von Andreas Wilink
Irene Bazinger, «Frankfurter Allgemeine Zeitung»
Deutschsprachiges Stück: Ewald Palmetshofer «tier. man wird doch bitte unterschicht»
Ausländisches Stück: Lucy Prebble «Enron»
Inszenierung und Dramaturgie: Marius von Mayenburg, Mayenburg «Perplex», Schaubühne Berlin
Bühnenbild/ Kostüme: Bühne: Katja Haß, Herzberg «Über Leben», Deutsches Theater Berlin Kostüme: Bert...
Videobilder in nebligen Grautönen, unscharf und verschwommen – beleuchtet von kaltem Neonlicht, aufgezeichnet von Überwachungskameras in Berliner U-Bahnhöfen. Es sind verstörende Bilder, die in den letzten Wochen wieder und wieder zu sehen waren. Bilder von Schlägen und Tritten gegen Kopf und Körper, von brutalen Übergriffen Jugendlicher auf harmlose Passanten....
Im Jahre 2010 wird in Hollywood die Erfolgsgeschichte des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg verfilmt. Der Held ist ein 20-jähriger Harvardstudent und Internetfreak, der eine virtuelle Plattform errichtet, auf der sich Menschen im Internet in einem selbsterstellten Profil darstellen und per Mausclick mit Hunderten von anderen Menschen Freundschaften schließen können....
