Die Liebe in Zeiten der Revolution
Ein Hausflur, vollgepumpt mit Tränengas. Die Berlinerin Janina und die Istanbulerin Umut, beide Mitte 20, lernen sich im Juni 2013 an einem ungemütlichen Ort kennen: inmitten der Proteste gegen die Zerstörung des Gezi-Parks in Istanbul, als die Polizei massiv gegen die ParkbesetzerInnen vorgeht. Janina ist zufällig hineingeraten, Umut als Aktivistin der LGBTQ-Community und der Friedensbewegung. Es entwickelt sich eine innige Liebesbeziehung zwischen den beiden – allerdings vor allem eine aus der Ferne.
Zusammenwohnen in Berlin oder Istanbul? Keine kann sich für ein Leben in der Stadt der anderen entscheiden.
In «Last park standing», einem Stück der türkischen Dramatikerin Ebru Nihan Celkan, das jetzt als deutsche Erstaufführung am Kammertheater des Stuttgarter Staatsschauspiels Premiere hatte, geht es um ein Thema, das sehr viele junge türkische Intellektuelle betreffen dürfte: Gibt es unter den derzeitigen politischen Zuständen in der Türkei eine Zukunft für sie? Celkan zeigt das in ihrem Stück sehr deutlich: wie sie funktionieren, die subtilen, perfiden Unterdrückungsmethoden, mit denen der Autokrat Erdogan und sein Polizei- und Spitzelstaat gegen Andersdenkende, gegen ...
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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 28
von Verena Großkreutz
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Man weiß es ja, aber hört es dennoch nicht so gerne. Es hat schon seinen Reiz, wenn der Schauspieler Benjamin Lillie in der Rolle des aufrührerischen «Predigers» in Steinbecks Roman dem noblen Zürcher Pfauen-Publikum mit flammendem Blick entgegenschleudert: «Not ist das Abfallprodukt von Menschen ohne Not.» Wie bring ich’s an den hablichen Schweizer, wird sich...
