Weltbrachenbespielung
Jetzt geht er nach Beirut. Auch so eine Stadt, in der nach 16 Jahren Bürgerkrieg die Brachen reichlich sind. Brachen scheinen Matthias Lilienthal zu beflügeln. Und in Europa ist Berlin die Brachenstadt schlechthin, längst nicht mehr kriegs- und kaum noch wendebedingt, sondern vor allem als Folge eines einzigen Planungsdebakels: der neue Flughafen Berlin-Brandenburg, der partout nicht fertig wird, die Flughafengelände von Tempelhof und Tegel aber zu riesigen Leerflächen in und am Rande der Stadt gemacht hat und machen wird.
Früh schon hat Lilienthal zu verstehen gegeben, das einer der Hangars im alten Flughafengebäude von Tempelhof sein Wunschort für die Zeit nach dem HAU wäre: ein riesiger leerer Raum für ein Versuchslabor auf der Schnittstelle von Performing und jeder anderen Art. Der leere Ort und 5.000.000 Euro im Jahr, und Berlin hätte den Mann mit dem Fliegernamen zurück. Wird erstmal nichts werden, sämtliche Hangars sind für die nächsten zehn Jahre der Mode-Messe Bread & Butter versprochen, ein Lieblingsprojekt von Klaus Wowereit, zwar nur für zwei Monate im Jahr, diese Blockade reicht aber völlig, die Kunst auf Abstand zu halten.
Mit dem Rad durch die Welt
Also machte ...
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Theater heute August/September 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Barbara Burckhardt
5.8./Sonntag
19.15, 3sat: Abseits der Festspiele.
Salzburg und die Kunst
Ein Film von Peter Beringer
6.8./Montag
20.15, arte: Citizen Kane
Spielfilm (1941) von und mit Orson Welles
8.8./Mittwoch
21.45, arte: Der Weg nach innen:
Hermann Hesse Dokumentation (2012) von Andreas Christoph Schmidt anlässlich des 50. Todestages
15.8./Mittwoch
22.45, arte: Der Knochenmann
Spiel...
Der Feldforscher Alfred Loth, den Matthias Redlhammer redlich spielt, weder im positiven noch im negativen Sinn besonders überschwänglich – dieser also ziemlich langweilige Loth trifft im Partyzelt, wo man Champagner und Austern meist im Stehen verzehrt und Abfälle auf den Boden kippt, auf eine bunt gemischte, kaputte Truppe: Da wäre der Ingenieur Hoffmann,...
Da stehen wir nun mit unseren Kopfhörern auf dem Braunschweiger Burgplatz und haben schon verstanden: Theater, das ist nicht mehr die Konfrontation mit einer Bühnenperformance, die dann mal mehr, mal weniger mit unserer Wirklichkeit zu tun hat, sondern Theater, das ist unsere Wirklichkeit. «Du bist die Stadt», lautet das Motto der diesjährigen Theaterformen. In...
