Midlife und andere Krisen
Die neue Saison war noch keine acht Wochen alt, da stand es für das Feuilleton einer überregionalen Zeitung schon fest: Die Berliner Bühnen stecken in der Krise. Das Deutsche Theater, eben noch in Bernd Wilms’ letzter Spielzeit zum «Theater des Jahres» gekürt, unter Interims-Intendant Oliver Reese wegen Renovierung des Großen Hauses auf Zelt und Kammerspiele verwiesen, das Maxim Gorki rastlos mit schneller Nadel gestrickte Inszenierungen ausspuckend, Peymanns Berliner Ensemble völlig aus dem Fokus überregionaler Aufmerksamkeit geraten, wenn nicht gerade Peter Stein inszeniert.
Die Schaubühne, deren «Anatol» von Luk Perceval Anlass der Klage war: auch kein Lichtblick (siehe TH 12/08). Ein Herbst-Lamento, das das Kind arg früh mit dem Bade auskippt.
Die Probleme der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sind indessen alles andere als neu: Publikums-, Schauspieler-, Dramaturgenschwund plus ästhetische Ratlosigkeit. Seit neuestem werden sie auch eingestanden. Was das Theater in einer Presse-Mitteilung allerdings zart «Krisen-Geflüster» nennt, ist eher ein Krisendröhnen. Schlingensiefs «Scheitern als Chance!» beschwörend, verspricht das Schreiben, das Haus «neu zu erfinden», nachdem die ...
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Den zarten Jahrgang 1975 haben sie beide, sie nennen sich «Jungspunde aus der Provinz». Barbara Weber kommt aus dem Toggenburg, Rafael Sanchez aus Basel, beide haben in den letzten Jahren viel inszeniert, in der Schweiz, in Deutschland, wurden gefeiert, sind manchmal gescheitert und manchmal sicher auch gescheiter geworden. Jetzt sind sie also die zwei bezaubernd...
Sex also. In acht Bildern, nicht von seinen schönsten Seiten: Zwei Jugendliche beim ersten Mal stellen fest, dass Sie einen Fischschwanz trägt. Die junge Frau unterbricht, wenn es am schönsten ist, weil sie in ihrem Liebhaber den Tod erkennt. Die Mustergatten zeugen ein Musterkind im Heimvideo. Eine 14-jährige Neu-Leda empfängt einen Schwan und gebiert ein Ei. Eine...
Fressen oder Fliegen» lauteten die recht prosaischen Handlungsoptionen, unter denen sich, im gesamten HAU-Komplex verteilt, Theater und Bildende Kunst annäherten – installativ, performativ und vor allem gesprächsbereit. Neben den alten HAU-Bekannten Rimini Protokoll, Jérôme Bel und Tim Etchells waren auch Bildende Künstler wie der Fotograf Thomas Demand oder die...
