Die Dramen des Jahres

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Keine große Überraschung: Elfriede Jelineks «Winterreise» ist das Stück des Jahres! Eine Text-Reise, frei nach Schuberts Liederzyklus, von gegenwärtigen Ereignissen zu sehr persönlichen Stationen ihrer Biografie. In «Ein Parasitärdrama» erläutert Elfriede Jelinek ihr Angestellten-Verhältnis zur Wirklichkeit.



Eine große Überraschung: Nurkan Erpulats und Jens Hilljes «Verrücktes Blut» wurde mit gleicher Stimmenzahl ebenfalls zum Stück des Jahres gewählt! Ist die Geschichte einer Deutschlehrerin, die ihren Schülern mit vorgehaltener Pistole Schiller nahe bringt, die Antwort auf Thilo Sarrazin? Ein Gespräch mit Nurkan Erpulat, Shermin Langhoff und dem Ensemble von «Verrücktes Blut».

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: 5, Seite 94
von

Weitere Beiträge
Das Schreiben kommt nach der Wut

I.
Dem Wunsch der Redaktion nach einem Wutanfall und ungezügelter Wut muss ich wie folgt begegnen: Selbst mir, dem durch sich abwech­selnde und ergänzende Ungeduld und Verschlafenheit viel entgeht, konnte unmöglich entgehen, dass ich mich durch eigenes Zutun offen­sichtlich zum Wutlieferanten qualifiziert habe.

Dazu ist zunächst einmal anzumerken, dass es mir...

Auf produktiven Hass warten

Ich soll nun schreiben «Ich habe eine Wut auf ...», bin aber das Ge­genteil eines «angry old man» und denke so oft an mein momen­tanes Wohlergehen, dass ich dazu neige, solche «Wutgefühle» wegzupusten, auch um dadurch zu vergessen, zu verdrängen: Sie würden meiner übriggebliebenen Kreativität oder Lust auf Theater, Oper und Literatur im Wege stehen. Es halten mich...

Gretchenpalimpsest aus dem Keller

Wer sich gefragt hat, wo eigentlich Elfriede Jeli­neks Text oder Stück zum Fall Josef Fritzl bleibt – hier ist er oder es. «FaustIn and out» schaut in die Hölle, die sich vierundzwanzig Jahre lang in einem unterkellerten Haus in Amstetten in Öster­reich befand. Der mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilte Fritzl hatte seine Tochter im Keller eingesperrt, mit...