Gott, Welt und Theater
Zugegeben, die Uraufführungsinszenierung von Annette Pullen am Deutschen Nationaltheater Weimar ist misslungen, leider. Das macht eine Einladung nach Mülheim schwierig, ja. Aber dieses Stück ist dennoch diskussionswürdig, auch wenn man es nicht in jeder Hinsicht
bejubeln muss; sprachlich etwa ist es nicht durchweg überzeugend. Trotzdem: «Einige Nachrichten an das All» ist ein aufschlussreicher Kunstversuch über Gott, die Welt und das Theater. Das ist ziemlich viel.
Und es ist ein Stück Theater, das sich gegen ein Theater stemmt, das seine Aufgabe in der Bebilderung von Stücken sieht. Es ist, zum Beispiel, ein Stück mit Fußnoten, die einen Parallel- oder Anti- oder Subtext entwerfen.
Ob sich Fußnoten im Theater spielen lassen, ist eine der ungeklärten Frage, die Lotz aufwirft. Neu sind sie nicht, aber Neuheit ist ohnehin kein ergiebiges Kriterium, bei Fragen nach Gott, Welt und Theater schon gar nicht. Lotz liebt es, sich an den Rändern der handelsüblichen Logiken zu tummeln, jenseits des Wirklichkeitssinns, diesseits des bloß Spinnerten. «Wir befinden uns in einer Explosion, ihr Ficker»: Das ist das Motto dieses Dramas aus Sätzen, Szenen und Versen, die aus dem Inneren einer ...
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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Best of … Mülheimer Stücke, Seite 33
von Dirk Pilz
Der 1968 im libanesischen Deir-el-Kamar geborene Autor und Regisseur widmete sich
in seinen bisherigen Theatertexten der eigenen Familiengeschichte und dem sich darin spiegelnden Nahostkonflikt. Das ist auch in «Küste» so, einem Stück, das Wajdi Mouawad 1997 in Montreal zur Uraufführung gebracht hat. Im Kern des Stücks steht Wilfried, dessen französische Mutter bei...
Montag, 2.
19.30, Theaterkanal: Feridun Zaimoglu im Gespräch
Samstag, 7.
19.20, 3sat: Theatertreffen 2011 in Berlin – die Eröffnung
20.15, 3sat: Das Werk – Im Bus – Ein Sturz – von Elfriede Jelinek, mit Susanne Barth, Lina
Beckmann, Rosemary Hardy, Thomas Loibl, Caroline Peters, Laura Sundermann, Michael
Weber, Kathrin Wehlisch, Julia Wieninger und Manfred Zapatka,...
Zwei Königinnen auf einer großen Bühne, getrennt durch eine Wand, ausladend Platz für beide: der Idealzustand. Weil es aber in Michael Thalheimers Planspiel nach Schiller kein gerechtes Teilen von Macht, Gunst und Einfluss geben kann, verharrt Olaf Altmanns riesige schwarze Trennwand nicht in der Bühnenmitte, sondern dreht mal schräg nach links, mal nach rechts,...
