Anton geht über die Straße

Ein Gespräch mit Thomas Melle über sein Stück «Bilder von uns», das Schreiben, die Postmoderne, das Scheitern und ein gelungenes Leben

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TH Woran schreiben Sie gerade?
Thomas Melle Eine ganze Menge. Ein Drehbuch aus meinen beiden Romanen «Sickster» und «3.000 Euro» für eine Produktionsfirma, und es sieht alles danach aus, als würde es sogar verfilmt werden. Dann ein neues Buch, das im nächsten Herbst erscheint – weder Roman noch Autobiografie, etwas dazwischen, eine Art Bekenntnisbericht. Und noch ein Stück fürs Theater Bremen. Da sammle und suche ich gerade.

TH Worum geht’s?
Melle Jemand ist verschwunden und wird dann von außen betextet: Was könnte mit ihr passiert sein? Dafür gibt es Vorbilder, zum Beispiel Martin Crimps «Angriffe auf Anne», und ich suche da eine neue Perspektive, eine Geschichte auch, echtes Geschehen auf der Bühne, nicht nur Diskursfetzen.

TH Sind Ihre Stücke meist Auftragswerke?
Melle Inzwischen ja. Über diese Fälle am Bonner Aloisiuskolleg wollte ich ursprünglich einen Roman schreiben. Ich dachte immer, ich brauche noch etwas Abstand. Der Skandal kochte 2010 hoch, und ich meine, wenn etwas medial so präsent ist, muss die Kunst nicht sofort hinterherhetzen. Da braucht es eine andere Distanz. Aber für Bonn hatte ich gerade Shakespeares Königsdramen übersetzt, wir waren im Gespräch über ein neues ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Mülheimer Theatertage, Seite 46
von Eva Behrendt, Franz Wille

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