Garstige Wahrheiten

Elfriede Jelinek «Bambiland», Lars Ceglecki «Das Henkersmahl»

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Politisch korrekt ist derzeit gar nichts im Coburger Landestheater: Auf der großen Bühne werden unter dem Deckmäntelchen der leichten Sommer-Krimi-Komödie gesellschaftliche Vor-Verurteiler gleich reihenweise zum «Henkersmahl» in trügerischer häuslicher Idylle geladen und auf Umwegen zu Tomatenmus verarbeitet; im Reitstadel wiederum, der kleinen Nebenspielstätte, brechen sechs Schauspieler ins «Bambiland» auf und sezieren schwindelerregend die jüngere Weltgeschichte, ganz wie es Elfriede Jelinek sich vorgestellt hat, indem sie «sozusagen mit der Axt dreinschlagen».

Für das Stadttheater rechts oben in Bayern, das übers Jahr üblicherweise mit gediegener Unterhaltung die Abonnenten zufriedenstellt und sonst nicht weiter auffällt, zwei ungewöhnliche, gewagte Premieren kurz hintereinander. Am Ende: geglückte Provokationen der unterschiedlichen Art.

Als Gastregisseur hatte man sich für «Bambiland» Gunther Möllmann geholt, der in den achtziger Jahren bei Peymann in Bochum inszenierte und spielte, später das ambitionierte freie Theater «Pumpenhaus» in Münster leitete. Und Möllmann zeigt Respekt, aber keine Angst vor der Textmasse, die er sich für sechs Schauspieler aufgedröselt hat, ohne ...

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Theater heute Juni 2006
Rubrik: Chronik, Seite 33
von Bernd Noack

Vergriffen
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