Foto: Tommy Hetzel
Köln: Heimatbilder
Wer noch irgendwelche Illusionen mit dem Begriff Heimat verbindet, dem wird von Doktor Ibrahim Amir, approbierter Wiener Mediziner, kurdischer Syrer aus Aleppo, ehemaliger Schauspielschüler und seit einigen Jahren auch Dramatiker (zuletzt «Homohalal», abgedruckt in Th 7/17) zuverlässig geholfen.
In seinem jüngsten Werk «Heimwärts» macht der junge Physikstudent Khaled – ein kurdischer Syrer, der in Wien studiert, und damit biografisch nicht weit von seinem Autor entfernt – einschlägige Grenz-Erfahrungen, als er versucht, seinem todkranken Onkel Hussein einen letzten Wunsch zu erfüllen. Da der alte Mann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fliegen kann, geht es im Auto auf der Balkanroute rück- und heimwärts von Wien über Serbien an die bulgarisch-türkische Grenze, immer in der Hoffnung, den vom Onkel heiß ersehnten Euphrat vor dessen Ableben noch einmal zu sehen: back to the roots.
Leider verstirbt Onkel Hussein schon in der bulgarisch-türkischen Transitzone, was zu wachsenden Komplikationen in nationalen Kompetenzbereichen, verbunden mit heftigen identitären Zerreißproben aller Beteiligten führt, zusätzlich erschwert durch das medizinische Begleitpersonal. Denn mit im ...
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Theater heute Februar 2018
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Franz Wille
Nacht ist auch eine Sonne.
Friedrich Nietzsche
Handelnde Personen:
Egon Krause
Annemarie Krause, Egon Krauses zweite Frau
Helene, jüngere Tochter aus Krauses erster Ehe
Martha, ältere Tochter aus Krauses erster Ehe
Thomas Hoffmann, Marthas Ehemann
Alfred Loth
Dr. Peter Schimmelpfennig
Bühne:
Ein Wohnzimmer mit offener, großer Küchenzeile hinten. Eine graue Sitzlandschaft...
Theatermann/Schriftsteller/Leser», meint Peter Handke, wäre die passende Grabinschrift für den Ende 2015 verstorbenen Regisseur Luc Bondy, der offenherzig bekannte, «diesen eigenartigen, für die Nachwelt kaum zu beschreibenden Beruf des Regisseurs» gewählt zu haben und damit «die Sehnsucht nach dem Schreiben kompensiere, indem ich inszeniere, sozusagen in die Luft...
Auf Grau folgt Weiß, dann Pink, Hellrosa, Türkis und Blau. Die Bühne von Josa Marx erinnert an eine Bonbonschachtel, und die fünf Marilyns, die in dieser Bonbonschachtel liegen, sind mit ihren Kleidern perfekt darauf abgestimmt – so perfekt, dass sogar die Farbwechsel der liegenden Figuren in die Kunstseidekleider eingearbeitet sind. Das Ikonische der Marilyn legt...
