Wie viel Freiheit hat der Wille?
Der Kampfpilot einer nicht genau verorteten Luftwaffe – es kann sich um jedweden Krieg handeln – erkennt bei einem Einsatz, dass sein Abschussziel eine Schule ist, er verweigert den Befehl, dreht mit der Maschine ab, um die Bombe über dem Meer abzuwerfen. Jahrzehnte später stellen zwei Künstler*innen – unabhängig voneinander– auf der Biennale di Venezia – Werke aus, die sich auf dieses Ereignis beziehen.
Die Befehlsverweigerung des Piloten verändert nicht den Verlauf des Krieges, hat aber trotz allem weitreichende Folgen.
Die israelische Autorin Maya Arad Yasur erzählt mit «BOMB» die Geschichte einer Verweigerung. Sie fächert nach und nach die Dimensionen dieser Insubordination auf, die die Lebensläufe von Menschen beeinflusst, die auf den ersten Blick Unbeteiligte zu sein scheinen. Sie sind nur Passanten der Ereignisse, aber eben auch Zivilisten in einem Kriegsgebiet.
Dieser Krieg kann überall auf der Welt stattfinden: «In einem Dorf im Irak oder in Namibia oder in Tel Aviv im Ersten Weltkrieg oder in Dresden im Zweiten Weltkrieg oder im Südlibanon …», heißt es im Stück. Da ist Eatherly, ein Kampfpilot, der zunächst einmal das Allmachtsgefühl genießt, als er von seinem Cockpit ...
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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 158
von Beate Heine
vorwort zu den podesten
1. eigentlich traue ich mich nicht, über jemanden zu schreiben, der noch lebt, und schon gar nicht über jemanden, den ich persönlich kenne. 2. es ist so einfach, einen mann auf ein podest zu stellen, schließlich erinnert er uns ja immer an etwas oder jemanden – an all die vielen anderen männer auf podesten davor. und wenn mir etwas bekannt...
So muss sich das Warten auf’s Schafott anfühlen. Drei Mitarbeiter*innen eines international agierenden Magazins sitzen beisammen und warten auf ihr Urteil. Was geschehen ist? Zur Feier des Black-Achievement-Monats hat Lesley für das Cover der Zeitschrift das Bild einer schwarzen Frau gezeichnet, in «ihrem eigenen Stil». Sie selbst nennt es eine Ode an dieselbe,...
Ein heißer Samstag Anfang Juli, die Stadt summt von Touristen, es ist Filmfest, Tollwood auf dem Olympiagelände und bestes Badewetter für die Isar oder den Starnberger See. Eigentlich kein Tag, um sich freiwillig zehn Stunden Antiken-Binge-Watching im Theater anzutun. Trotzdem ist in der Kammer 1 mittags um 13 Uhr kaum ein Platz frei geblieben. Gespielt wird...
